40 brenzlige Situationen Russland und der Westen riskieren die Eskalation

Die Russlandkrise hat in den vergangenen Monaten häufiger als bisher bekannt vor einer Eskalation gestanden. Nach Informationen des SPIEGEL gab es Dutzende gefährliche militärische Zwischenfälle, bei einigen hätte es Todesopfer geben können.

Russlands Präsident Wladimir Putin: "Gefährliches Spiel"
DPA/ RIA Novosti / Kremlin Pool

Russlands Präsident Wladimir Putin: "Gefährliches Spiel"


Riskante Annäherungen im Luftraum, provozierende Tiefflüge, aggressive Manöver - die Zahl gefährlicher militärischer Begegnungen zwischen Russland und dem Westen hat seit Ausbruch der Ukraine-Krise dramatisch zugenommen. Es kam allein in den vergangenen acht Monaten zu 40 brenzligen Situationen zwischen Russland und dem Westen. Dies geht aus einer Studie des Londoner "European Leadership Network" (ELN) hervor, mit der die Organisation an diesem Montag an die Öffentlichkeit gehen will. (Lesen Sie die komplette Meldung hier im aktuellen SPIEGEL.)

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In der Studie, die dem SPIEGEL vorliegt, werden drei Ereignisse aufgeführt, die nach Angaben der Experten das Potenzial gehabt hätten, Todesopfer zu verursachen oder gar eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Nato und Russland auszulösen. Dazu gehört ein Beinahezusammenstoß einer skandinavischen Passagiermaschine mit einem russischen Aufklärungsflugzeug, das seine Position nicht übermittelt hatte.

"Hier wird mit dem äußersten Risiko gespielt"

Auch die Entführung eines estnischen Geheimdienstlers sowie die Jagd der schwedischen Marine auf ein mutmaßliches russisches U-Boot werden als besonders kritische Ereignisse erwähnt. Weitere elf Vorkommnisse schätzt das ELN als ernsthaft, da "provozierend" und "aggressiv" ein.

"Hier wird ein gefährliches Spiel mit dem äußersten Risiko gespielt", sagt Ex-Verteidigungsminister und ELN-Mitglied Volker Rühe (CDU). "Alle Parteien, besonders Russland, sollten militärische Zurückhaltung üben."

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
ak-73 09.11.2014
1. Volker Rühe
...darf hier wohl kaum als unparteiisch oder neutral gelten. Aber Deeskalation ist hier in der Tat geboten.
hannibal.ff 09.11.2014
2. 3/40
gehen also auf die Kappe von Russland. Und die anderen 37?
tinosaurus 09.11.2014
3. Neurussland
Großmachtgelüste wie auch der Hitler-Stalin-Pakt zeigen, wie Putin denkt und welche Ziele er verfolgz. Ein Nachgeben und Zurückweichen wird in seinen Augen als Schwäche ausgelegt und das wird wiederum kein Einlenken bzw. Besonnenheit bewirken. Leider. Da haben sich die Russen tatsächlich einen Psychopathen eingehandelt, der seine Macht und seine gefährlichen Spiele so schnell nicht aufgeben wird.
olivervöl 09.11.2014
4. Militärische Zurückhaltung
Das ist sicherlich eine gute Idee. Warum sollen das nur nur die anderen?
women_1900 09.11.2014
5.
Wäre es nicht ehrliche so zu formulieren: der Westen riskiert die Eskalation mit Russland? Weshalb werden denn so weise Männer wie z.B. Gorbatschow so hartnäckig ignoriert?
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