Osteuropa USA verlegen Panzertruppen, Russland zürnt

Das Pentagon hat Pläne für eine Aufstockung von US-Truppen in Osteuropa präzisiert: Mehr als 4000 Soldaten und 250 Panzer werden verlegt. Russland will entsprechend darauf reagieren.

Verteidigungsminister Ashton Carter
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Verteidigungsminister Ashton Carter


Washington - Die USA wollen eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der Nato verlegen: 4200 Soldaten, 250 Panzer, außerdem Haubitzen, Kampffahrzeuge und weitere 1700 zusätzliche Fahrzeuge. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Washington hieß es, man reagiere damit auf die Sorgen europäischer Alliierter angesichts einer russischen Aggression.

Damit konkretisiert die US-Regierung die bisher bekannten Pläne, US-Präsident Barack Obama hatte im Januar höhere Verteidigungsausgaben für Europa angekündigt. Die Verlegung der Brigade solle im Februar 2017 beginnen und Ende des Jahres abgeschlossen sein, heißt es in einer Erklärung des europäischen Kommandos Eucom. Damit hätten die USA dann drei Brigaden in Europa.

Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko kündigte Gegenmaßnahmen an. "Wir sind keine untätigen Beobachter, wir ergreifen regelmäßig militärische Maßnahmen, die wir für notwendig erachten, um diese verstärkte Präsenz auszugleichen, die durch nichts gerechtfertigt ist", sagte er dem TV-Sender Rossija 24, wie die Agentur Tass berichtete.

Mit der Maßnahme, heißt es in der Mitteilung von Eucom-Oberbefehlshaber General Philip Breedlove, werde die Strategie fortgesetzt, "unsere Nato-Alliierten und Verbündete unseres starken und angemessenen Vorgehens angesichts eines aggressiven Russland in Osteuropa und anderswo zu versichern".

Verteidigungsminister Ashton Carter hob zugleich die Bedeutung der Nato hervor. Das Bündnis habe seit seiner Gründung wichtige Arbeit für die internationale Sicherheit und die Sicherheit der USA geleistet, sagte er bei einer Pressekonferenz in Tampa. US-Generalstabschef Joseph Dunford erklärte auf derselben Veranstaltung: "Die Bedeutung der Nato steht außer Frage."

Beide reagierten damit auf Aussagen des umstrittenen republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump. Dieser hatte in der vergangenen Woche gefordert, die Ausgaben für das Bündnis zu kürzen. "Wir zahlen den größten, den Löwenanteil, das steht in keinem Verhältnis zu anderen Ländern", sagte er.

jul/dpa

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