Whistleblower: Russland verbittet sich US-Kritik nach Snowden-Flucht

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Russischer Außenminister Lawrow: "Haltlos und inakzeptabel"

China hat die Kritik aus Washington schon zurückgewiesen - jetzt reagiert auch Russland: Außenminister Lawrow wettert gegen Anschuldigungen aus den USA, sein Land habe Whistleblower Snowden bei der Flucht assistiert. Diese seien "haltlos und inakzeptabel".

Moskau - Die Flucht des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden gleicht einem Spionage-Thriller - und wird immer mehr zur Belastungsprobe für die Beziehungen zwischen den USA auf der einen und China sowie Russland auf der anderen Seite.

Noch immer fehlt ein Lebenszeichen von dem früheren Geheimdienstmitarbeiter, der den gewaltigen Spionageskandal um die NSA-Abhörmaßnahmen losgetreten hatte. Vermutet wird er derzeit auf dem Moskauer Flughafen, vermutlich in der Transitzone. Laut der Nachrichtenagentur Reuters traf Snowden am Sonntag in Moskau ein. Ein Ticket für den Weiterflug nach Kuba nahm er nicht in Anspruch.

Von diesem Szenario gehen auch die USA aus. Washington hat die Regierung in Moskau daher zur Kooperation aufgefordert - und auch bereits Kritik am Vorgehen der Behörden in der russischen Hauptstadt geäußert.

Gegen diese wettert nun Außenminister Sergej Lawrow. "Die Anschuldigungen gegen die russische Seite, an einem Komplott beteiligt zu sein, sind haltlos und inakzeptabel." Snowden verfolge bei seiner Flucht aus Hongkong seine eigenen Pläne.

Erst aus den Medien von Snowdens Flucht erfahren

Russland habe erst aus dem Medien von der Reise des Whistleblowers erfahren, so Lawrow. Er habe die russische Grenze nicht überschritten. Dies dürfte aber bedeuten, dass sich Snowden eben noch im Transitbereich befindet und nicht offiziell eingereist ist. Gesichtet wurde er auf dem Flughafen bisher noch nicht.

Die scharfen Worte aus Russland kommen wenige Stunden nach einer ganz ähnlichen Stellungnahme der chinesischen Regierung. Am Morgen verbreitete das chinesische Außenministerium eine Mitteilung. Sprecherin Hua Chunying nannte die Anschuldigungen aus Washington darin "grundlos und inakzeptabel". Die Regierung habe sich stets im Gesetzesrahmen bewegt.

Flucht über Moskau - mit unbekanntem Ziel

Die USA hatten dagegen protestiert, dass China den Gesuchten nicht an der Ausreise aus Hongkong gehindert hatte. Dieser war vor seiner Enthüllung über den Abhörskandal in die Millionenmetropole gereist. Dort war er aber - trotz entsprechender Forderungen aus Washington - von den Ermittlungsbehörden nicht festgesetzt worden.

Am Sonntag war Snowden dann nach Russland gereist. Sein finales Reiseziel ist noch unbekannt, könnte jedoch in Südamerika liegen. In Ecuador etwa könnte Snowden Asyl beantragen, so die Vermutung.

jok/Reuters/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Fette Beute
spon-1290982200348 25.06.2013
Ich nehme mal an, Herr Snowden wird jetzt mit einigen russischen Funktionären einen netten Plausch in Moskau halten. Ich glaube, in diesen Kreisen nennt man das "Abschöpfen".
2. US-Regierung übt Kritik Russicher Aussenminister wettert!!
wachsamer_bürger 25.06.2013
Da sieht man doch schon an der wahl der Worte ganz genau wie hier die Leserschaft beeinflusst werden soll. Umgekehrt könnte da genau so ein Schuh draus werden ***US-Regierung wettert und Russland kritisiert.*** Man hat doch eher den Eindruck die US-Regierung schäumt vor Wut und kläfft alles und jeden an, der nicht nach deren Wunsch handelt, das die Spucke nur so fliegt. Unabhängig davon hoffe ich für Snowden dass er irgend wann, wenn die verlogene Bande in seinem Heimatland aus den Staatsdienst entfernt und wegen Verat an der Verfassung verurteilt wurde, wieder heimkehren kann und dort als Held und Patriot gefeiert wird, wie es ihm zustünde.
3. Wäre es umgekehrt ...
global player 25.06.2013
Wäre die Sachlage umgekehrt, hätte sich ein Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes in den Westen abgesetzt und über ähnliche Abhörmaßnahmen Russlands berichtet, wäre er mit offenen Armen von den Amerikanern als aufrichtiger Dissident empfangen worden und jeder Versuch der russischen Seite, eine Auslieferung zu erreichen, wäre natürlich von der US-Regierung abgelehnt worden. Der Informant wäre als politisch Verfolgter sofort als Asylant in den USA aufgenommen worden. Nur weil diesmal die USA als der unheimliche Überwachungsstaat enttarnt wurde, spielt die US-Regierung verrrückt. Das sollte Obama und sein arroganter Außenminister einmal bedenken und sich entsprechend verhalten. Aber Bescheidenheit war ja noch nie die Stärke Amerikas.
4. Viel Glück!
volker_morales 25.06.2013
Könnte mir vorstellen, dass Snowden dringend mit neuer Identität untertauchen sollte, wenn er nicht dem us-amerikanischen Geheimdienst in die Hände fallen möchte. Er wäre nicht der Ersten, dem überraschenderweise ein tragischer "Unfall" zustoßen könnte. Jeder, der sich hüben wie drüben mit den Extremisten anlegt muss wissen, dass sein Leben risikiert. So funktioniert das Prinzip der Abschreckung, auch heute noch, nach dem angeblichen Ende des kalten Krieges.
5. Zweierlei Maß
EvilGenius 25.06.2013
Schon lustig, wie das US-Regime und Machthaber Obama plötzlich auf die Einhaltung von Gesetzen und internationale Kooperation pochen.
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