Reaktion auf Flugzeug-Abschuss Russland verstärkt Luftangriffe in Syrien

Russland reagiert auf den Abschuss eines Kampfflugzeuges in Syrien. Die Luftwaffe nahm in der Nacht vermehrt Ziele im Norden des Kriegslandes unter Feuer.


Russlands Luftwaffe hat die Zahl der Angriffe auf Ziele im Norden von Syrien erhöht. Nach Angaben des syrischen Zivilschutzes kam es in der Nacht zum Montag in den Städten Kafr Nubl und Maasran sowie in Sarakeb, Maarat al Numan und Idlib zu Luftschlägen. Dabei seien mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

In Maarat al Numan wurde Augenzeugen zufolge ein Krankenhaus getroffen, in Kafr Nubl ein Wohnhaus beschädigt. In Idlib, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, wurde einem Augenzeugen zufolge ein fünfstöckiges Gebäude zerstört. Es wurde befürchtet, dass mindestens 15 Menschen ums Leben kamen.

Moskau reagierte mit den Luftangriffen offenbar auf den Abschuss eines Kampfflugzeuges am Samstag. Rebellen hatten die Maschine vom Typ Su-25 attackiert. Der Pilot wurde dabei getötet.

Die russischen Luftangriffe sowie die Offensive der syrischen Armee haben Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe, sollten die Kämpfe auch die am stärksten besiedelten Gebiete in der von Rebellen gehaltenen Region Idlib erreichen.

REUTERS

Bei der türkischen Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in Nordwestsyrien sind zwei weitere türkische Soldaten getötet wurden. Fünf wurden zudem verletzt, wie die kurdische Nachrichtenseite Rudaw am Sonntag unter Berufung auf das türkische Militär berichtete. Die Soldaten seien bei einem Granatenangriff auf einen Stützpunkt in der türkischen Provinz Hatay an der Grenze zu Syrien umgekommen. Die YPG bestreitet bislang jegliche grenzüberschreitenden Angriffe.

Die türkische Armee geht seit rund zwei Wochen in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz YPG vor, die große Gebiete entlang der syrisch-türkischen Grenze kontrolliert. Die Türkei bezeichnet die YPG als "Terroristen" und sieht sie als verlängerten PKK-Arm an.

als/Reuters/dpa

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rabbijakob 05.02.2018
1. die bösen Russen...
... haben wieder Krieg gespielt. Was machen den die USA zur Zeit in Sachen Krieg? Man hört ja gar nichts mehr von ihnen? Denen wird doch nicht etwa das Geld ausgehen...
fatherted98 05.02.2018
2. Erdogan...
...will den Konflikt zwischen Russen und Nato erzwingen....da wird er sich wundern....die USA haben schon die Kurden wie eine heißte Kartoffel fallen lassen....falls es zum Konflikt Türkei/Russland kommt, wir die Nato sich raushalten...schließlich ging die Konfrontation von der Türkei aus....außer ein bisschen Wortgeklingel kann Erdogan auf nichts hoffen....dann sollten sich die Türken warm anziehen....sie werden ja kaum mit den Kurden fertig...mit den Russen als Kriegsgegner wäre dann das Ende der Türkei eingeläutet.
miklo.velca 05.02.2018
3. Nato-Verbündete waren es
Es waren Nato-Verbündete, wie z.B. HTS die vom 2. größtem Nato-Mitglied Türkei unterstützt werden und auch am Massaker in Afrin mitmachen. Putin und Lavrov haben noch immer nicht begriffen, auf wen sie sich da eingelassen haben. Die Russen denken noch immer das Erdogan Nordsyrien nach der Entvölkerung der Kurden Assad übergeben wird. Wenn jetzt Zivilisten in Idlib sterben, berichtet die ganze Welt davon und Erdogan macht sich Sorgen. Dasselbe in Afrin, seien alles Lügen, laut Sigmars echten Freund und Teeliebhaber Cavusoglu.
recepcik 05.02.2018
4. Verlogene Nationen
Dem Angriffskrieg von Erdogan auf Afrin schauen sie schweigend zu aber wenn es gegen die islamistischen Söldner von Erdogan geht, ist der Aufschrei groß. Dabei sterben zur Zeit in Afrin mehr Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder, als sonst wo in Syrien. Die Türkei prahlt damit schon über 850 Menschen getötet zu haben. Wer ist der Vorsitzende de UN ? Von ihm hört man nichts. Früher hat die UN solche Kriegsverbrechen wenigstens angemahnt.
retterdernation 05.02.2018
5. Die Russen ...
sei Dank sind weite Teile Syriens vom IS befreit. Auch der Iran und die Hisbollah haben ihren Teil dazu beigetragen. Stellen wir uns einfach mal vor, es wäre nicht so gewesen, wie würde dieses Land dann da stehen - blühende Landschaften des Todes wären das dann, was die von den USA, Saudi Arabien, Katar und der Türkei unterstützten Gotteskrieger dort veranstaltet haben und weiter hätten. Das kann man ja wohl kaum verklären ...
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