Russland Wahlkommission sieht Putin bei rund 75 Prozent

Wladimir Putin steuert auf einen klaren Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Russland zu. Ersten offiziellen Zahlen zufolge landet er bei mehr als 70 Prozent. Spannend wird der Blick auf die Beteiligung.

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Die Wahllokale sind in ganz Russland geschlossen - und erwartungsgemäß zeichnet sich ein deutlicher Erfolg für Amtsinhaber Wladimir Putin ab. Nach Auszählung von mehr als einem Viertel der Stimmen kam der 65-Jährige laut offizieller Wahlkommission auf ein Ergebnis von rund 75 Prozent.

Die Prognosen verschiedener Institute hatten sogar bei bis zu 76 Prozent gelegen. Bei einem entsprechenden Endergebnis behält er das Amt des Präsidenten für weitere sechs Jahre, es wäre seine vierte Amtszeit.

Noch am Abend wird eine Siegesfeier in der Nähe des Kreml erwartet. Erstmals wählten auch die Bewohner der 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim den russischen Präsidenten mit.

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Wahl in Russland: Putins Sieg

Berichte über gefälschte Stimmzettel und andere Manipulationen hatten den Wahltag überschattet. Die Opposition und die Wahlbeobachtergruppe Golos meldeten mehr als 2000 Verstöße bei der Wahl, darunter mehrfach abgegebene Stimmen und die Behinderung von Wahlbeobachtern.

Nach russischen Angaben waren mehr als 1300 ausländische Beobachter bei der Wahl aktiv. Allein die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) setzte fast 600 Beobachter ein. Sie will an diesem Montag ihre Einschätzung zur Wahl mitteilen.

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Die wichtigste Frage: Wie viele Menschen sind zur Wahl gegangen?

Putins Sieg galt als gesetzt, mit Spannung werden daher Zahlen zur Wahlbeteiligung erwartet. Sie gilt als Indiz für die Stimmung im Land. Eine hohe Beteiligung könnte die Legitimation von Putins Sieg stärken, so die Einschätzung. Das staatliche Fernsehen spricht derzeit von einer Beteiligung von rund 60 Prozent (2012 waren es 65,34 Prozent, 2008 sogar 69,81 Prozent). Der Oppositionelle Alexej Nawalny, der wegen einer umstrittenen Bewährungsstrafe nicht antreten durfte, hatte zu einem Wahlboykott aufgerufen.

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18 Jahre an der Macht: Die Ära des Wladimir Putin

Der kommunistische Präsidentschaftskandidat Pawel Grudinin hat nach ersten Auszählungen mit knapp 15 Prozent den zweiten Platz erreicht. Dahinter liegt der nationalistische Politiker Wladimir Schirinowski mit knapp sieben Prozent.

Die liberale TV-Journalistin Xenia Sobtschak erreichte demnach 1,4 Prozent. Die restlichen vier Kandidaten bekamen jeweils weniger als ein Prozent der Stimmen.

Der frühere Geheimdienstler Putin führt Russland seit 18 Jahren. Weil die Verfassung nur zwei Amtszeiten in Folge erlaubt, hatte er sich 2008 nicht zur Wahl gestellt. Bis 2012 war er Regierungschef, während sein Vertrauter Dmitri Medwedew die Geschäfte im Kreml leitete. 2012 tauschte Putin mit Medwedew in einer umstrittenen "Rochade" das Amt und kehrte mit 63,6 Prozent der Stimmen in den Kreml zurück.

jok/dpa/AP/Reuters



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