Rekrutierung in Ex-Sowjetrepubliken Russland will Armee für Ausländer öffnen

Russland öffnet seine Armee für ausländische Soldaten - vor allem in ehemaligen Sowjetrepubliken sollen Kämpfer angeworben werden. Voraussetzung: Rekruten müssen Russisch können.

Russische Soldaten bei Militärparade: Kein Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt
AFP

Russische Soldaten bei Militärparade: Kein Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt


London/Moskau - Nach einem Bericht der britischen BBC will Russland mehr ausländische Soldaten in seine Streitkräfte holen. Dazu habe Präsident Wladimir Putin ein Dekret erlassen. Laut BBC soll der Erlass es ausländischen Soldaten ermöglichen, für mindestens fünf Jahre in der russischen Armee zu dienen, vorausgesetzt sie sprechen Russisch. Ein Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt soll bei der neuen Regelung nicht bestehen.

Schon jetzt sind nach Angaben russischer Verteidigungsexperten rund 300 Ausländer Teil der Armee - bisher waren allerdings die rechtlichen Voraussetzungen für ausländische Soldaten schwierig. Das neue Dekret soll die bisherige Praxis vereinfachen und laut BBC die Professionalisierung der russischen Armee vorantreiben.

Dem Bericht zufolge zielt die Neuerung vor allem auf Rekruten aus den zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken. Nach dem Abzug der Nato aus Afghanistan kann sich nach Einschätzung der Experten die Sicherheitslage dort verschärfen - lokale Soldaten könnten dann unter der Führung russischer Offiziere in der Region bereit stehen.

Damit würde Russland laut BBC Geld sparen, denn die Entsendung russischer Soldaten in diese Gebiete sei kostspielig. Andersherum bestehe für Soldaten aus Zentralasien ein finanzieller Anreiz, in der russischen Armee zu dienen - der Monatslohn betrage normalerweise rund 30.000 Rubel, umgerechnet etwas mehr als 400 Euro. Russland unterhält noch immer Militärbasen in Armenien sowie den Regionen Abchasien und Südossetien.

Trotz der Neuerungen ist nach Angaben von Militärexperten aber nicht davon auszugehen, dass Russland eine Art Fremdenlegion aufbaut. Es sei auch nicht von einer massenhaften Aufnahme ausländischer Soldaten in die Armee auszugehen, so die BBC.

anr



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
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cs01 06.01.2015
1.
Die Maßnahme wird vor allem auf Russen mit ausländischen Pass zielen. Eine Art Heimholung ins Reich.
PatrickBe 06.01.2015
2. Kanonenfutter für die Ostukraine?
Weil nicht genug Russen in der Ukraine kämpfen wollen, werden schon seit Monaten Tschetschenen in der Ostukraine eingesetzt. Anscheinend wird wieder Nachschub an Kämpfern benötigt.
brüderlich 06.01.2015
3. nicht, weil nicht genug russische Russen kämpfen wollen, sondern
Zitat von PatrickBeWeil nicht genug Russen in der Ukraine kämpfen wollen, werden schon seit Monaten Tschetschenen in der Ostukraine eingesetzt. Anscheinend wird wieder Nachschub an Kämpfern benötigt.
weil keine russischen Russen kämpfen (= fallen) sollen. Es ist den russischen Soldatenmüttern nur schwer zu vermitteln, warum ihre Söhne im Kampf gegen das Brudervolk sterben sollen.
brüderlich 06.01.2015
4. wer verlässt für 400 € seine sichere Welt
Zitat von cs01Die Maßnahme wird vor allem auf Russen mit ausländischen Pass zielen. Eine Art Heimholung ins Reich.
um sich abknallen zu lassen? Nur die, die so hirnverbrannt sind, dass Töten und getötet werden Freude bereiten, stolz macht... Der Vergleich mit der Heimholung erinnert an: Führer befiehl, wir folgen. Leider bin ich ganz bei Ihnen. Furchtbar, wenn man das zu Ende denkt.
cockriot 06.01.2015
5. @brüderlich
In den Ländern wird das viel Geld sein.
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