Moskau/Beirut - Ungeachtet internationaler Kritik liefert Russland weiterhin Rüstungsgüter an das Regime des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Dabei handele es sich hauptsächlich um Defensivwaffen wie Luftabwehrsysteme sowie militärische Reparaturtechnik, teilte der staatliche Monopol-Rüstungsexporteur Rosoboronexport mit. Russland erfülle gegenüber Syrien "die in Lieferverträgen über Militärausrüstung eingegangenen Verpflichtungen", sagte Rosoboronexport-Chef Anatoli Issaikin.
"Es gibt keine internationalen Rüstungssanktionen gegen Syrien, daher kann Russland mit diesem souveränen Land militärisch zusammenarbeiten", sagte Issaikin. Es würden aber keine Offensivwaffen wie Hubschrauber oder Panzerfahrzeuge an das Regime in Damaskus geliefert.
Es gebe allerdings eine noch nicht vollzogene Liefervereinbarung über Trainingsmaschinen des Typs Jak-130. Falsch seien Berichte, wonach es Lieferabkommen auch für Kampfflugzeuge des Typs Mig-29M gebe, versicherte der oberste russische Waffenhändler. Auch dass Russland an Syrien Iskander-Kurzstreckenraketen geliefert habe, entspreche nicht der Wahrheit.
Russland gilt als einer der wichtigsten noch verbliebenen Verbündeten von Assad. Die Vetomacht hat im Uno-Sicherheitsrat mehrfach Resolutionen verhindert, die das gewaltsame Vorgehen der syrischen Führung gegen die Aufständischen verurteilt hätten.
Im Gegensatz zu Russland gilt Katar als einer der entschiedensten Gegner des Assad-Regimes. Nun will der kleine Golfstaat die syrische Botschaft in seiner Hauptstadt Doha der Syrischen Nationalen Koalition zufolge an die Opposition übergeben. Katar werde das Botschaftsgebäude dem von der Gruppe ernannten Botschafter Nisar al-Haraki anvertrauen. Die Flagge der Revolution werde bald über dem Gebäude wehen.
Ein Datum für die Übergabe nannte die Gruppe nicht. Haraki stammt aus Daraa im Süden Syriens, wo die Revolte gegen Assad Anfang 2011 ihren Ausgang nahm. Die Syrische Nationale Koalition gründete sich im November vergangenen Jahres und wird von vielen Staaten anerkannt. Angaben der Uno zufolge sind im syrischen Bürgerkrieg inzwischen fast 70.000 Menschen gestorben.
fdi/AFP/dpa
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