Syrien Russland wirft Israel Angriff auf Militärflugplatz vor

Das russische Verteidigungsministerium macht Israel für das Bombardement in der syrischen Provinz Homs verantwortlich. Jerusalem schweigt - es wäre aber nicht der erste Angriff auf die Militärbasis T4.

Wladimir Putin (r) und Baschar al-Assad (Archiv)
REUTERS

Wladimir Putin (r) und Baschar al-Assad (Archiv)


Die USA streiten alles ab, ebenso Frankreich - und Israel will den Vorfall nicht kommentieren: Nach dem Luftangriff auf die syrische Militärbasis T4 nahe der Oasenstadt Palmyra war zunächst unklar, wer diesen ausgeführt hat. Nun präsentiert Russland, das auf dem Flugfeld ebenfalls operativ tätig ist, seine Theorie. Demnach ist Israel verantwortlich.

Zwei israelische Kampfflugzeuge vom Typ F-15 seien die Luftangriffe geflogen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Vereidigungsministerium am Montag. Der Stützpunkt in der Provinz Homs sei vom libanesischen Luftraum aus mit acht Raketen beschossen worden, fünf davon seien von der syrischen Luftverteidigung abgewehrt worden. Auch das syrische Staatsfernsehen verbreitet mittlerweile diese Darstellung. Zuvor hatte Damaskus noch die USA verantwortlich gemacht.

Israelischer F15-Kampfjet (Archiv)
REUTERS

Israelischer F15-Kampfjet (Archiv)

Nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind auf dem T4-Areal auch iranische Einheiten sowie Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz stationiert.

Unter Toten sollen auch Iraner sein

Die Beobachtungsstelle berichtete am Montag, bei dem nächtlichen Angriff seien mindestens 14 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch iranische Kämpfer. Die Angaben der Beobachtungsstelle können nicht unabhängig überprüft werden, haben sich aber in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen.

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Russischer Militäreinsatz in Syrien: Moskau unterstützt Damaskus

Möglicherweise steht der Angriff im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Giftgasangriff des Regimes von Baschar al-Assad am Wochenende auf die Stadt Duma in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta.

Zuletzt hatte die israelische Armee das Flugfeld T4 im Februar dieses Jahres angegriffen. Von dort aus war zuvor eine hochmoderne iranische Drohne gestartet und in den israelischen Luftraum eingedrungen.

Im Video: Putin und der Syrienkrieg

Rossija 24

dop/Reuters



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