Moskau - Wladimir Putin lässt sich nicht oft zu Pressekonferenzen herab. Aber wenn er es tut - dann richtig. Mehr als vier Stunden lang sprach der russische Präsident am Donnerstag in Moskau vor Journalisten, es war eine minutiös inszenierte Jahresaudienz für die Presse.
Mehr als tausend Journalisten aus Russland und anderen Ländern hörten Putins Ausführungen zu. Der Präsident äußerte sich ausführlich zu Themen des In- und Auslands.
Er nahm auch Stellung zu dem blutigen Konflikt in Syrien. Russland gilt bislang als Partner von Präsident Baschar al-Assad. Moskau und Peking haben bereits mehrere Uno-Resolutionen gegen das Regime in Damaskus blockiert. Der russische Vize-Außenminister spekulierte vergangene Woche jedoch über einen Sturz Assads - davor warnte Putin nun ausdrücklich. "Ohne Zweifel gibt es ein Streben nach Veränderung", sagte er, Assad zu stürzen könne allerdings das Land noch tiefer ins Chaos reißen. Wandel im Land sei aber notwendig.
In den vergangenen Tagen hat auch ein Streit mit den USA Russland beschäftigt. Am Mittwoch hat das russische Parlament ein Adoptionsverbot für russische Kinder durch US-Familien verabschiedet - Putin hat diese Regelung nun verteidigt. Sie ist auch eine Reaktion auf Strafmaßnahmen der USA gegen Russland. Der "Magnizki Act" vergifte die Beziehungen zwischen Moskau und Washington, so Putin. Die USA lebten in der Vergangenheit, wenn sie ein antirussisches Gesetz gegen ein anderes austauschten. Auch die USA würden Menschenrechte verletzen, etwa auf Kuba im Lager Guantanamo: "Stellen Sie sich vor, bei uns gäbe es das."
In Putins Pressekonferenz platzte die Nachricht von einer kürzeren Haftstrafe für seinen Erzfeind, den früheren Ölunternehmer Michail Chodorkowski. Putin wies erneut Vorwürfe zurück, die Haftstrafe sei politisch motiviert gewesen. "Ich habe die Tätigkeit der Rechtsorgane überhaupt nicht beeinflusst", sagte Putin.
Putin ließ es sich aber auch nicht nehmen, sämtlich andere Themen der Welt zu kommentieren.
kgp/dapd/AFP/dpa
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