Russlandaffäre Trump attackiert Obama

Die US-Justiz klagt 13 Russen wegen Wahleinmischung an. Präsident Donald Trump greift jetzt via Twitter seinen Vorgänger Barack Obama an: Warum habe er denn nichts gegen Moskau unternommen?

Trump und Obama (Archivaufnahme)
REUTERS

Trump und Obama (Archivaufnahme)


Moskaus Agenten sind enttarnt:US-Sonderermittler Robert Mueller hat vor wenigen Tagen eine Anklageschrift gegen 13 russische Staatsbürger vorgelegt. Sie soll beweisen, wie der Kreml versucht hat, die US-Präsidentenwahl zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen.

Trump geht in der Affäre jetzt auf seine Weise in die Offensive - via Twitter natürlich. Er attackiert seinen Amtsvorgänger Barack Obama. Schließlich sei der doch während der Wahl und noch danach Präsident gewesen. "Warum hat er nichts gegen die Einmischung Russlands getan?" fragte er.

Schon am Wochenende hatte Trump ähnlich reagiert, als die Nachricht von Muellers Anklageschrift bekannt wurde. Trump bestreitet nach wie vor, etwas von einer Einmischung Moskaus in den Wahlkampf 2016 gewusst zu haben.

Obama wiederum hatte Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Dezember 2016 aufgefordert, Cyberangriffe auf die USA zu beenden ("Cut it out", dt. "Hör auf damit") und ihn vor möglichen Konsequenzen gewarnt.

als/AP

insgesamt 73 Beiträge
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olli08 20.02.2018
1. Salamitaktik
Wir sind einen Schritt weiter! Inzwischen bestreitet der "greatest President ever" die Einmischung Russlands nicht mehr, sondern nur noch, dass er davon gewusst hat. Mal sehen, was als Nächstes kommt ... :-)
horst01 20.02.2018
2. Dauerwahlkampf und Wirtschaftskrieg!
Direkte Beweise für ein Komplott zwischen Trump und Putin wird es nicht geben. Die Indizien reichen jetzt nicht aus, um Trump zu überführen. Das Untersuchungsverfahren ist der verzweifelte Versuch, Trump aus dem Amt zu jagen. Das Verfahren verstärkt eher den Dauerwahlkamp, den Trump via Twitter spielt. Wir sollten uns darauf einstellen, das Trump seine American First Politik beschleunigt. Wir bekommen einen Wirtschaftskrieg "Erster Sahne".
peace1978 20.02.2018
3. Obama hat es versucht!
Obama hat es nur dummerweise, erst vor den Senat gebracht, in welchem der Senatsführer, Mitch McConnell (Republikaner), dies sofort abbolckte! So wie er auch den Vorschlag der Demokraten, beim Shut Down des letzten Monats, nicht zur Abstimmung freigab, die Soldaten weiter zu bezahlen (hatte Obama schon vor Jahren schon eingeführt), falls die Haushaltsdebatte, bis zu den nächsten Gehaltszahlungen andauern sollte (dadurch konnten er Trump, Fox News und Co. behaupten, dass die Demokraten, das Militär hassen und nur Illigale mögen, wegen deren Wählerstimmen. Daraufhin forderte Obama, Putin öffentlich auf, die Hackerangriffe (wurden nicht nähed benannt), zu beenden und verwies russische Diplomaten des Landes, was Putin dann mit den amerikanischen Diplomaten in Russland auch tat.
Jay Huber 20.02.2018
4. Die anderen machen alles falsch ...
Niemand hat von Trump eine andere Reaktion erwartet. Stünde fest, dass die Obama-Administration die russischen Initiativen blockierte, hätte Trump dies einen illegalen Eingriff in den Wahlkampf geziehen, insbesondere, wenn er verloren hätte. Jetzt ist es die Obama-Administration, die nichts gegen die Einflussnahme Russlands unternahm, zumindest nicht offen. Die Welt wird mit diesem schlichten Kind wohl noch drei Jahre leben müssen. Vertrauen wir darauf, dass die US-Demokratie auch diesen Menschen übersteht.
KingTut 20.02.2018
5. Obama hatte Putin gewarnt
Präsident Obama hat sehr wohl etwas gegen die Hackerangriffe unternommen, indem er Putin persönlich aufforderte, diese zu stoppen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/barack-obama-forderte-von-wladimir-putin-stopp-der-hackerattacken-a-1126343.html Im Übrigen geht es bei den anstehenden Untersuchungen durch Robert Müller primär darum, ob Mitglieder von Trumps Team mit russischen Staatsbürgern Absprachen zu Lasten von Hillary Clinton getroffen haben, um Trump zur Wahl zu verhelfen. Dass es solche Kontakte zumindest aus dem Umfeld von Trump gab, kann als erwiesen erachtet werden.
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