Sonderermittler in Russlandaffäre Trump will Mueller eigenen Angaben zufolge nicht feuern

Ein Team des US-Präsidenten hatte zuletzt den Druck auf den Sonderermittler in der Russlandaffäre erhöht und ihm Rechtsverstöße vorgeworfen. Die Entlassung Muellers plane er aber nicht, sagte nun Trump.

Trump bei seiner Ankunft im Weißen Haus
AP

Trump bei seiner Ankunft im Weißen Haus


US-Präsident Donald Trump will den Sonderermittler zur Russlandaffäre nach eigenen Worten nicht feuern. Auf die Frage, ob er eine Entlassung Robert Muellers plane, antwortete Trump vor Journalisten: "Nein, das tue ich nicht."

Zuvor hatte das Team des US-Präsidenten dem Sonderermittler Rechtsverstöße vorgeworfen. Mueller sei bei seinen Ermittlungen zur Russlandaffäre gesetzwidrig in den Besitz Zehntausender E-Mails von Trumps Übergangsteam gelangt, erklärte ein Rechtsberater des Teams. Mueller weist das zurück: Er sei auf legalem Weg an die E-Mails gekommen, ließ er über seinen Sprecher mitteilen.

Beobachter werteten die Vorwürfe gegen Mueller als weiteren Versuch, Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Unparteilichkeit des früheren FBI-Chefs zu säen. In Washington halten sich hartnäckig Spekulationen, die US-Regierung bereite Muellers Entlassung vor.

"Ziemlich traurig"

Trump hatte das Wochenende in Camp David verbracht und kehrte am Sonntag ins Weiße Haus zurück. Bei seiner Ankunft fragten ihn Journalisten, ob er glaube, Mueller sei illegal an die E-Mails gelangt. "Es sieht nicht gut aus. Es ist ziemlich traurig, das zu sehen. Meine Leute waren sehr verärgert", sagte Trump. "Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass darin irgendetwas zu finden ist. Denn, wie wir bereits gesagt haben, es gibt keine Zusammenarbeit." Auch "viele Anwälte" würden die Sache als "ziemlich traurig" bezeichnen.

Robert Mueller (Archivbild 2013)
REUTERS

Robert Mueller (Archivbild 2013)

Mueller untersucht derzeit, ob Trumps Team vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern. Trump hat den Vorwurf einer heimlichen Zusammenarbeit mit Moskau wiederholt zurückgewiesen.

Muellers Ermittlungen führten bereits zur formellen Beschuldigung von Trumps ehemaligem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn. Dieser hatte sich Anfang Dezember vor Gericht schuldig bekannt, über seine Russland-Kontakte nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

Ein Sonderermittler genießt im US-Justizsystem große Unabhängigkeit und umfassende Ermittlungsvollmachten. Entlassen werden kann er nur dann, wenn er sich schwerer Fehler schuldig macht oder wenn ihm ein Interessenkonflikt nachgewiesen werden kann. Trump könnte Mueller zudem nicht selbst feuern: Er könnte das Justizministerium lediglich anweisen, das zu tun.

aar/AP/AFP

insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sven2016 18.12.2017
1.
Wenn es eng werden sollte, wird Trump die Ermittlungen beenden. Möglicherweise unter einem Vorwand, aber er wird es tun. Und die Hälfte der Amerikaner werden das begrüßen. Die rechten Medien prügeln ja schon einhellig auf die Ermittlungen und das ganze FBI ein. Der alte Diktator tut was er will, ohne Sinn und Verstand.
levitenknaller 18.12.2017
2. Mal ehrlich,
wer um Gottes Willen kann irgendeinem Gerücht dieses Mannes irgendeinen Glauben schenken? Völlig durchgeknallt ist der Typ! Wie kann so eine Gestalt überhaupt an diesen Posten gelangen - und, gibt es in diesem, seinem Land irgendjemand, der an der richtigen Stelle sitzt und da mal einen dicken Stich ziehen kann - so weit und nicht einen Millimeter weiter. Der andere Punkt ist, wie wird solch eine Situtation verhindert? Kann sich da drüben irgendjemand eingestehen, dass da was falsch gelaufen ist? Kaum - die haben ihre Köpfe mit anderem Zeugs voll und sind m. E. nicht in der Lage klare und notewendige Schritte einzuleiten und nachzuverfolgen. Von Erkennen und etwas darüber verlauten zu lassen, schon gar nicht zu sprechen. Wenn man sich das anschaut, da wird Sprache dem US-CDC VERBOTEN!!! Von einer vollidiotischen Gruppe. Ist da noch was zu retten? http://www.chicagotribune.com/news/nationworld/politics/ct-cdc-forbidden-words-20171215-story.html
dereuropaeer 18.12.2017
3.
Das Trump im Wahlkampf an E-Mails von Hillery Clinton gekommen ist, ist natürlich ganz legal. Dieser Präsident ist eine Farce und gehört abgesetzt. Er ist nich vor GW Bush der schlechteste Präsident, den die USA jemals hatten
zaldarie 18.12.2017
4. Zum Glück!
Na zum Glück ist er nicht bekannt dafür ein pathologischer, impulsiver Lügner zu sein der alle seine Versprechen bricht und den Job nur ausübt um sich und seine reichen Freunde zu bereichern solange er noch kann.
unumvir 18.12.2017
5.
Trump hat keinen Grund, Müller zu feuern! Das fortgesetzte Scheitern des Ermittlers, der durch Erfolglosigkeit und offenkundig fragwürdige Vorgehensweisen immer mehr in die Kritik gerät, spielt Trump inzwischen in die Hände.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.