Skandinavien Russische Botschaft in Dänemark klagt über Russophobie

Angst vor einer russischen Beeinflussung von Wahlen gibt es in den USA, aber auch in Dänemark. Ohne Grund, sagt die russische Botschaft - denn eine Einmischung sei bei der Stimmungslage im Land sinnlos.

Russische Botschaft in Kopenhagen
AFP/ Scanpix

Russische Botschaft in Kopenhagen


Politik per Twitter macht längst nicht nur der US-Präsident. Die russische Botschaft in Kopenhagen hat nun per Tweet auf eine Warnung des dänischen Geheimdienstes in der dänischen Zeitung "Berlingske" reagiert - wonach die Gefahr bestehe, Russland könnte versuchen, auf die kommende Parlamentswahl in dem Land Einfluss zu nehmen.

"Da es keinen Unterschied im russophoben Ansatz der dänischen Regierung und Opposition gibt, macht eine Einmischung in die dänischen Wahlen keinen Sinn", schrieb die russische Vertretung pikiert. In einer ausführlichen Stellungnahme legte der russische Botschafter Mikhail V. Vanin nach.

Dass der Chef des dänischen Auslandsnachrichtendienstes FE, Lars Findsen, Russland öffentlich beschuldige, sei Teil einer "antirussischen Hysterie", polterte Vanin. Davon seien auch andere Offizielle, darunter ein Minister des Landes inzwischen erfasst, unterstellte der Botschafter - ohne Beweise zu liefern. Das Thema würde in den dänischen Medien ausgebreitet.

Der außenpolitische Sprecher von Frederiksens rechtsliberaler Partei Venstre, Michael Aastrup, wertet diese wenig diplomatischen Äußerungen der Botschaft eher als Schuldeingeständnis. Sie "enthüllt sich unfreiwillig selbst", sagte er "Berlingske". Der FE kommentierte die Äußerungen dem Blatt zufolge nicht.

apr

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