Syrien: Medwedew zweifelt an Assads Machterhalt

Dmitrij Medwedew: "Die Chancen für Baschar al-Assads Erhalt werden weniger" Zur Großansicht
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Dmitrij Medwedew: "Die Chancen für Baschar al-Assads Erhalt werden weniger"

Russlands Premierminister Dmitrij Medwedew kritisiert in einem Interview den syrischen Staatschef: Baschar al-Assad habe Reformen verschleppt und damit einen tödlichen Fehler begangen.

Moskau - Russland ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten der syrischen Führung von Staatschef Baschar al-Assad. Doch jetzt kritisiert der russische Premierminister Dmitrij Medwedew erstmals in harschen Worten Syriens Machthaber und wirft diesem vor, schwere Fehler gemacht zu haben. "Mir scheint, dass mit jedem Tag, jeder Woche und jedem Monat die Chancen für seinen Erhalt immer weniger werden", sagte Medwedew dem US-Fernsehsender CNN in einem Interview, aus dem russische Nachrichtenagenturen zitierten.

Medwedew warf Assad vor, politische Reformen verschleppt zu haben. "Er hätte das alles viel früher machen sollen, den Teil der gemäßigten Opposition, die mit ihm an einem Tisch zu sitzen bereit war, auf seine Seite ziehen. Das war ein bedeutender Fehler - vielleicht ein fataler", sagte Medwedew.

Als Vetomacht im Weltsicherheitsrat lehnt Russland eine militärische Einmischung in Syrien ab. Nach Angaben der Regierung in Damaskus liefert Russland trotz des Konflikts auch weiterhin Waffen nach Syrien. "Wir haben Verträge, die vor der Krise unterzeichnet wurden, und Russland erfüllt seine Verpflichtungen", sagte der syrische Vize-Ministerpräsident Kadri Dschamil dem russischen Radiosender Moskauer Echo. Einzelheiten zu den Waffenarten nannte Dschamil nicht.

Medwedew und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten in den vergangenen Monaten zu außenpolitischen Fragen bisweilen voneinander abweichende Meinungen. Für die Außenpolitik ist allein Putin verantwortlich.

In der vergangenen Woche hatte Außenminister Sergej Lawrow der syrischen Opposition mit den Forderungen nach Assads Rücktritt "Besessenheit" vorgeworfen. Russland forderte immer wieder eine politische Lösung und Dialog zwischen Machthabern und Opposition.

Der blutige Konflikt in Syrien zwischen Regierungstruppen und Aufständischen tobt seit knapp zwei Jahren. Seit März 2011 wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 60.000 Menschen getötet.

kha/dpa/AFP

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Tödlicher Fehler ??
os_man 27.01.2013
Medwedew spricht von einem fatalen Fehler, nicht tödlichem Fehler !! Scheint so, als ob sich manche Redakteure etwas herbeiwünschen würden. Natürlich hat Esad Fehler begangen, aber mindestens genauso viele hat die blutrünstige Opposition begangen.
2. die einsicht ...
Schroekel 27.01.2013
Zitat von sysopREUTERSRusslands Premierminister Dmitrij Medwedew kritisiert in einem Interview den syrischen Staatschef: Baschar al-Assad habe Reformen verschleppt und damit einen tödlichen Fehler begangen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russlands-regierungschef-dmitrij-medwedew-greift-baschar-al-assad-an-a-879958.html
... der herren im Kreml kommt mindestens 12 Monate und mindestens geschätzte 40.000 Tote zu spät. Russland neue Zaren blamieren sich immer wieder und immer schlimmer. Irgendwann wiurd es den Russen selbst dermaßen reichen, dass das Ende der modernen Zaren nicht viel anders als das zu erwartende des schlächters von Damakus ausfallen wird.
3.
syracusa 27.01.2013
Zitat von os_manMedwedew spricht von einem fatalen Fehler, nicht tödlichem Fehler !! Scheint so, als ob sich manche Redakteure etwas herbeiwünschen würden. Natürlich hat Esad Fehler begangen, aber mindestens genauso viele hat die blutrünstige Opposition begangen.
Vielleicht nehmen Sie sich mal kurz die Zeit, in einem Lexikon nach der Bedeutung des Adjektivs "fatal" zu suchen. Sie werden staunen.
4. Schnörkel
original-native 27.01.2013
Oder schroekel, Entschuldigung. Wie auch immer. Glauben Sie nicht alles was sie HIER lesen. Informieren Sie sich mal anderweitig.... Das wird Ihnen einen Horizont eröffnen... Der nächste Step ist es dann diesen zu erweitern;-)
5. Das...
jested_echo! 27.01.2013
ist vielleicht die private Meinung von Medwedew! Aber die Aussenpolitik macht Putin und solange Putin bei seiner Linie bleibt, bleiben die Wuensche nach einen schnellen Fall von Assad das was sie sind, naemlich Wuensche! Und Putin wird ganz sicher nicht zulassen, das in Syrien islamistische Soeldner und Al-Khaida Terroristen an die Macht kommen! Aber das bedeudet nicht, das auch Moskau mit der gemaessigten Opposition in Syrien nicht redet! Ganz im Gegenteil, zwischen Russland und der gemaessigten Opposition finden dauerend Gespraeche statt! Und diese Vorgehensweise von Russland ist nur zu begruessen!
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
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