Seenotretter im Mittelmeer Organisation "Lifeline" unter Nominierten für Sacharow-Preis

Sie retten Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Dafür könnten insgesamt elf Hilfsorganisationen mit dem Menschenrechtspreis der EU ausgezeichnet werden.

Rettungsschiff "MV Lifeline"
AFP

Rettungsschiff "MV Lifeline"


Die Dresdner Mission Lifeline ist eine von elf Hilfsorganisationen, die für einen gemeinsamen Sacharow-Menschenrechtspreis nominiert sind. Dazu gehören zehn weitere Organisationen, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten, darunter Sea Watch, Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée.

Mit im Rennen für die Auszeichnung sind außerdem noch der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow und der marokkanische Regierungskritiker Nasser Zefzafi.

Zuletzt war die Arbeit der Retter auf See mitunter stark erschwert worden: Ihre Schiffe mussten immer wieder lange im Meer ausharren, bis ihnen die Einfahrt in einen Hafen zugestanden wurde. Die Mission Lifeline zum Beispiel hatte im vergangenen Sommer Migranten vor Libyen gerettet und war danach fast eine Woche auf hoher See blockiert worden, bis sie den Hafen von Valletta, Malta, ansteuern durfte.

Mit dem Sacharow-Preis zeichnet das Europaparlament seit 1988 Menschen oder Organisationen aus, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Der Preis ist nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannt und mit 50.000 Euro dotiert.

Im vergangenen Jahr hatte die venezolanische Opposition die Auszeichnung erhalten, nachdem sie bereits 2015 erstmals nominiert gewesen war. Sie wehrt sich schon lange gegen die linksnationale Regierung von Präsident Nicolás Maduro.

mst/aev/dpa



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