Sachsen Tausende demonstrieren gegen Flüchtlinge

In mehreren sächsischen Städten sind am Wochenende Tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Flüchtlinge zu protestieren. Allein in Sebnitz wollten etwa 2500 Demonstranten eine "lebende Grenze" bilden.

Demonstration in Sebnitz: Vereint gegen Flüchtlinge
AP

Demonstration in Sebnitz: Vereint gegen Flüchtlinge


Tausende Menschen haben sich am Wochenende in Sachsen an Demonstrationen gegen den Verbleib von Flüchtlingen im Land beteiligt. In Sebnitz an der Grenze zu Tschechien versammelten sich am Sonntagnachmittag nach dpa-Schätzungen 2500 Menschen: Sie wollten eine "lebende Grenze" formieren. Die Polizei machte keine Angaben zu den Teilnehmern, dementierte die Schätzungen aber auch nicht. Zu der Demo war aus dem Pegida-Umfeld aufgerufen worden.

Mike Ruckh, Oberbürgermeister von Sebnitz, kritisierte die Kundgebung. "Man kann geteilter Meinung sein, was nicht funktioniert", sagte er dem MDR. "Aber einfache Antworten auf schwierige Fragen gibt es nicht."

Ähnliche Bilder wie aus Sebnitz gab es am Wochenende auch aus dem Stadtteil Einsiedel in Chemnitz. Dort hatten sich am Samstagabend laut Polizei rund tausend Menschen zu einem Schweigemarsch versammelt. Sie wandten sich gegen eine geplante Flüchtlingsnotunterkunft in einem ehemaligen DDR-Pionierlager.

Auch im ostsächsischen Görlitz gab es am Samstag eine Demonstration unter dem Motto "Görlitz wehrt sich". Dort kamen nach Schätzungen von Beobachtern tausend Menschen zusammen. Die Gegendemo unter dem Motto "Görlitz weltoffen" versammelte demnach rund 500 Teilnehmer.

Auch die Polizei in Görlitz machte zu den Teilnehmerzahlen keine Angaben. In einer Mitteilung schrieben die Beamten jedoch, zwei Polizisten hätten durch die Explosion von Feuerwerkskörpern ein Knalltrauma erlitten. Gegen einen 21-Jährigen werde unter anderem wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt.

Flüchtlinge im sächsischen Plauen

aar/dpa



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