Saddam und al-Qaida US-Regierung bastelt an neuer Verschwörungstheorie

Bei den Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Irak vergeht kaum ein Tag ohne neue Spekulationen der Amerikaner über Saddam Hussein, das Terrornetzwerk al-Qaida und ihre weltweiten Verbindungen. US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice behauptet nun, Bagdad habe den Terroristen bei der Entwicklung von Chemiewaffen geholfen.


Bushs Sicherheitsberaterin: Condoleezza Rice
AP

Bushs Sicherheitsberaterin: Condoleezza Rice

Washington - Festgenommene hochrangige al-Qaida-Mitglieder hätten ausgesagt, dass der Irak der Terrororganisation von Osama Bin Laden einige Trainings zur Entwicklung von Chemiewaffen ermöglicht habe. "Also ja, es gibt Verbindungen zwischen Irak und al-Qaida", sagte Rice dem US-Fernsehsender PBS. "Wir wissen, dass Saddam Hussein eine lange Vergangenheit mit Terrorismus im Allgemeinen hat", erläuterte Rice. Und es gebe al-Qaida-Personal, das in Bagdad Zuflucht gefunden habe. Zwar wolle man zu diesem Zeitpunkt nicht argumentieren, dass Saddam Hussein irgendwie die Kontrolle darüber gehabt habe, was am 11. September geschehen sei, sagte Rice weiter. "Aber dies ist eine Geschichte, die sich entwickelt, und sie wird klarer und wir erfahren mehr."

In Warschau hatte zuvor US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Verteidigungsminister der Nato über Verbindungen des Irak zu Bin Laden unterrichtet. Die auf Geheimdienstberichten aus den Nato-Ländern basierenden Informationen zeigten klare Verbindungen zwischen Irak und al-Qaida auf, behauptete Rumsfeld.

Ex-Präsident Carter warnt vor US-Alleingang gegen Saddam

Wie schon Ex-Vizepräsident Al Gore warnte auch der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter die Regierung von George W. Bush davor, den Irak ohne Mandat der Vereinten Nationen anzugreifen. Eine gewaltsame Machtenthebung von Saddam Hussein würde größere Anstrengungen erfordern als der Golf-Krieg gegen Irak 1991 oder der Krieg in Afghanistan, sagte Carter in Atlanta. Dies wäre ein tragischer Fehler für die USA und für den Frieden im Nahen Osten, sagte Carter. Er warnte davor, dass sich die Lage im Nahen Osten weiter destabilisieren könnte und die USA die Unterstützung von Verbündeten verlieren könnten. Carter sagte, er zweifle daran, dass der Irak über Atomwaffen verfüge. Zugleich rief er die Führung in Bagdad auf, die Uno-Resolutionen zu erfüllen. Carter war von 1977 bis 1981 Präsident der USA.

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