Sambia Massive Proteste gegen weißen Interimspräsidenten

In Sambia formiert sich Widerstand gegen Übergangspräsidenten Scott. Der 70-Jährige ist der erste weiße Regierungschef in Afrika seit 20 Jahren. Die Bevölkerung empört sich vor allem über eine Personalentscheidung.

Brennende Barrikaden in Lusaka: Protest gegen Präsident Scott
AP

Brennende Barrikaden in Lusaka: Protest gegen Präsident Scott


Lusaka - Eine Woche nach dem Tod von Präsident Michael Sata sind in Sambia Proteste gegen dessen Nachfolger Guy Scott entbrannt. Der bisherige Vizepräsident hatte am vergangenen Mittwoch als Interims-Staatschef die Amtsgeschäfte übernommen. Damit wird derzeit zum ersten Mal seit dem Ende der Apartheid ein afrikanisches Land von einem weißen Präsidenten regiert. Scott stammt von schottischen Eltern ab.

Scott hatte nach der Machtübernahme den Generalsekretär der Regierungspartei, Edgar Lungu, entlassen - und damit den Zorn der Bevölkerung auf sich gezogen. Hintergrund ist offenbar ein Machtkampf innerhalb der Partei. Demonstranten marschierten mit Steinen und Macheten bewaffnet durch die Straßen der Hauptstadt Lusaka. Sie zündeten Reifen an und sangen Protestlieder. Die Polizei setzte Tränengas ein. Um den Frieden zu wahren, gab Scott seinem Widersacher am Dienstag dessen Posten zurück.

Scotts Eltern wurden nicht in Sambia geboren

Scott soll bis zu den Neuwahlen regieren, die laut Verfassung innerhalb von 90 Tagen abgehalten werden müssen. Bei der Abstimmung gilt Lungu, der auch Verteidigungsminister ist, als aussichtsreicher Kandidat. Dem 70-jährigen Scott fehlt zur dauerhaften Übernahme des Präsidentenamst eine wichtige Voraussetzung, die in der Verfassung festgeschrieben ist: Seine Eltern wurden nicht in Sambia geboren.

Geboren wurde Scott 1944 in der britischen Kolonie Nord-Rhodesien, die seit der Unabhängigkeit vor 50 Jahren Sambia heißt. Der Ökonom war in einer früheren Regierung Landwirtschaftsminister und erntete für seine Maßnahmen nach der verheerenden Dürre 1992/1993 viel Lob.

Erst 2001 trat er in die Patriotic Front ein, die Regierungspartei von Michael Sata. Seit 2011 war er Vizepräsident und wurde oft als "Zeremonienmeister" bezeichnet. Sata soll am 11. November beigesetzt werden.

ler/dpa/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
belzeebub1988 04.11.2014
1. aha
schwarzer Rassismus....
dr doolittle 04.11.2014
2. genau
wobei in Suedafrika diese Konstellation mit reichlich Lob quittiert wird.
Paradox77 04.11.2014
3. paradox77
Möchte gerne meine Meinung zum Thema beitragen, weil ich lange Zeit in der Region arbeitete, da ich aber auf Grund meiner Kenntnisse .... Tacheleless... reden würde, verkneife ich mir dass, aus Erfahrung, mit Bundesdeutschen Medien.
azzad 04.11.2014
4.
Geld Hahn zu, diesen Rassismus kann man ja wohl nicht unterstützen... mit dieser aggressiven Abneigung gegen Weiße sollte doch langsam mal Schluss sein
Frank M. 04.11.2014
5.
Schlimm dieser Rassismus.
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