Versprecher Polens Außenminister erfindet mit Versprecher ein fiktives Land

Haben Sie schon mal von San Escobar gehört? Wir auch nicht. Nachdem Polens Außenminister von Gesprächen mit dem "Land" gesprochen hatte, wurde er verspottet. Einige Social-Media-Nutzer wurden sehr kreativ.

Witold Waszczykowski
AP

Witold Waszczykowski


Polen will von 2018 bis 2019 unbedingt einen Sitz im Uno-Sicherheitsrat. Deshalb weilt Außenminister Witold Waszczykowski in dieser Woche in New York und betreibt kräftig Lobby-Arbeit. Dabei ist der 59-Jährige aber etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Vor Journalisten berichtete er von Treffen mit Vertretern von fast 20 Staaten, darunter seien Länder aus der Karibik gewesen, mit denen Polen zuvor niemals diplomatisch in Kontakt getreten war. "Zum Beispiel mit Staaten wie Belize oder San Escobar", so Waszczykowski. San Escobar? Richtig, gibt es nicht. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte später, Waszczykowski habe Saint Kitts und Nevis gemeint, das auf spanisch San Cristóbal y Nieves heißt.

Versprecher passieren - bei einem Außenminister, der ein Land nennt, das nicht existiert, ist es aber besonders peinlich. Entsprechend groß war der Spott auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Einige Nutzer vermuteten, dass Waszczykowski einfach an die Netflix-Serie "Narcos" gedacht habe, die von dem verstorbenen kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar handelt.

Andere User hatten an dem Fauxpas besonders viel Spaß und wurden kreativ. Bald nach dem Versprecher wurde ein Twitter-Account erstellt, der angab, die "República Popular Democrática de San Escobar" ("Demokratische Volksrepublik San Escobar") zu vertreten.

Der Account war sogar mit einer Staatsflagge, Karten, Bildern und Nachrichten aus dem fiktiven Land versehen.

Ein anderer Twitter-Nutzer erstellte einen vermeintlichen Account des Außenministeriums San Escobars. Dort bedankte sich das fiktive Ministerium für die Unterstützung Polens, warnte aber, dass man wie Waszczykowski ebenfalls Google Translate nutzen würde. Das Google-Tool ist bekannt für seine oft nicht zutreffenden Übersetzungen.

Auf Facebook wurde eine Seite für San Escobar erstellt. Auf dieser wurde angegeben, dass man zu Ehren Waszczykowskis eine Statue auf den wichtigsten Platz der Stadt Santa Subito errichten lasse. Tatsächlich war auf dem zugehörigen Bild die Statue von Philipp II. in Mazedoniens Hauptstadt Skopje zu sehen.

max

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