Anschlag in Sankt Petersburg Einer der Täter soll aus Zentralasien stammen

Mindestens elf Menschen starben bei dem Anschlag auf die Sankt Petersburger U-Bahn. Noch immer ist vieles unklar. Angeblich soll einer der Täter aus Zentralasien kommen und radikalislamistische Verbindungen haben.


Nach der Explosion einer Bombe in der U-Bahn der russischen Metropole Sankt Petersburg gibt es weiterhin kaum Informationen über Tatverlauf und Täter. Die Generalstaatsanwaltschaft geht von einem Terroranschlag aus und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine Quelle innerhalb der Sicherheitsbehörden von neuen Erkenntnissen.

  • Demnach soll es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben. Nach bisherigem Kenntnisstand soll der verdächtige Mann 23 Jahre alt sein, aus Zentralasien kommen und radikalislamistische Verbindungen haben. Genauere Rückschlüsse könnten erst nach einem DNA-Abgleich gezogen werden. Den vorläufigen Erkenntnissen zufolge hat sich der Sprengsatz in einem Rucksack befunden.
  • Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten.
  • Die Behörden hatten am Montag nach zwei Verdächtigen gesucht, die auf Bildern von Überwachungskameras entdeckt wurden. Laut Interfax soll sich unterdessen ein Mann, dessen Bild auf Überwachungskameras festgehalten wurde, der Polizei gestellt und angegeben haben, nichts mit dem Attentat zu tun zu haben.

Bei der Explosion in einem U-Bahn-Zug zwischen den Haltestellen Technologisches Institut und Sennaja-Platz am Montagnachmittag sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen, 45 wurden verletzt. Eine zweite Bombe war rechtzeitig entschärft worden.

Bislang waren die Behörden davon ausgegangen, dass der Anschlag nicht von einem Selbstmordattentäter verübt wurde. Präsident Waldimir Putin, der am Abend rote Rosen am Eingang der Metrostation Technologisches Institut ablegte, sei über alle Entwicklungen informiert, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. Die Theorie über einen Selbstmordattentäter kommentierte er jedoch nicht.

Nach dem Anschlag sprach Donald Trump mit Putin. Der US-Präsident drückte dem russischen Volk sein tiefes Beileid aus, teilte das Weiße Haus mit. Unter anderem auch der Uno-Sicherheitsrat und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilten den Angriff.

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Terrorermittlungen in Sankt Petersburg: Attentat im Untergrund

Die Sicherheitsvorkehrungen in Sankt Petersburg sind nach dem Anschlag massiv verstärkt worden. Alle Zugänge zu den U-Bahnen würden zusätzlich bewacht, teilte der Metro-Betreiber mit. Zudem würden Busse und Straßenbahnen stärker überprüft. Auch in der Hauptstadt Moskau patrouillieren zahlreiche Polizisten an den Flughäfen, Bahnhöfen und in den Metrostationen.

Wenige Stunden nach dem Anschlag hatten die U-Bahnen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Metro der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, werde zunächst jedoch nur einige Stationen anfahren, hieß es. Für weitere Ermittlungen bleibe auch eine zweite U-Bahn-Station gesperrt.

Die Stadtverwaltung von St. Petersburg rief eine dreitägige Trauer aus. Zahlreiche Menschen stellten vor den Zugängen der U-Bahn-Stationen und in Moskau in der Nähe der Kreml-Mauer Kerzen auf und legten Blumen für die Opfer nieder.

max/dpa/Reuters



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