Propaganda im Netz USA starten scharfe Kampagne gegen Iran

"Spielen Sie nicht mit dem Schwanz des Löwen": Irans Präsident Rohani hat die USA gewarnt, feindselige Stimmung zu verbreiten, nachdem sich die US-Regierung in Reden und sozialen Medien an iranische Bürger gewandt hatte.

US-Außenminister Mike Pompeo
DPA/ XinHua

US-Außenminister Mike Pompeo


Die US-Regierung hat eine offensive Kampagne von Reden und Online-Aktionen gestartet, die in Iran für Unruhe sorgen soll und den Druck auf die iranische Regierung erhöhen, von einem Atomprogramm und der Unterstützung terroristischer Gruppen abzusehen. Die Kampagne von US-Außenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton soll die Strafmaßnahmen und Sanktionen begleiten, die US-PräsidentDonald Trump gegen Iran angekündigt hatte. Das berichteten regierungsnahe US-Experten.

Die Kampagne über Twitter und der farsischen Abteilung der Regierungswebseite "Share America" lasse die iranische Regierung in einem sehr schlechten Licht dastehen. Teilweise würden Informationen übertrieben oder widersprächen sich, kritisierten US-Experten. Das Weiße Haus nahm gegenüber Nachrichtenagenturen dazu keine Stellung.

Die Kampagne der letzten Wochen wendet sich gezielt an iranische Bürger. Auf "Share America" veröffentlichte die US-Regierung Artikel in Farsi darüber, dass der Unmut und die Proteste gegen die Regierung Hassan Ruhanis innerhalb der Bevölkerung wüchsen. Für Sonntag kündigte das US-Außenministerium an, Mike Pompeo werde eine Rede mit dem Titel "Iranische Stimmen unterstützen" vor iranischstämmigen US-Bürgern in Kalifornien halten.

Chamenei: "Amerika kann man nicht trauen"

"Wir streben keinen Regimewechsel in Iran an", sagte ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur Reuter, "unser Ziel ist es, das Verhalten der Regierung zu ändern. Wir wissen, dass wir sie zu harten Entscheidungen zwingen - entweder die Regierung ändert sich, oder sie wird es sehr schwer haben, ihre bösen Absichten weiter zu verfolgen." Präsident Donald Trump ist der Auffassung, Iran sei der größte Finanzier von Terrorismus.

Irans Präsident Hassan Rohani warnte Trump davor, eine gegen die Islamische Republik feindlich gesinnte Politik zu verfolgen. "Amerika sollte wissen, ein Krieg mit Iran ist die Mutter aller Kriege", zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna am Sonntag Rohani. "Mister Trump, spielen Sie nicht mit dem Schwanz des Löwen. Dies würde nur zu Bedauern führen." Rohani äußerte sich dem Bericht zufolge vor iranischen Diplomaten. Andere iranische Agenturen verbreiteten ähnliche Meldungen.

Am Samstag hatte bereits das politische und religiöse Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, scharfe Töne gen Washington angeschlagen. "Dem Wort und selbst der Unterschrift der Amerikaner kann man nicht vertrauen", sagte er angesichts des von Trump veranlassten Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen mit Iran. Verhandlungen mit den USA seien nutzlos und ein "klarer Fehler".

USA planen "beispiellosen Druck"

Hardliner Pompeo hatte im Mai angekündigt, einen "beispiellosen finanziellen Druck" auf die Regierung in Teheran ausüben zu wollen. Unter anderem ist ein Ölembargo gegen Iran geplant, damit will die US-Reagierung dem Land die wichtigste Einnahmequelle nehmen. Washington werde "die stärksten Sanktionen der Geschichte" verhängen, kündigte Pompeo an.

Mit diesen Maßnahmen solle die Dominanz Irans im Nahen Osten reduziert werden. Die US-Regierung ist überzeugt, dass Iran unter dem Schirm des Atomdeals Stellvertreterkriege im Nahen Osten geführt habe. Bis heute lüge Iran über seine wahren Absichten.

Iran hält die Strafmaßnahmen für rechtswidrig und wird wegen der Wiederverhängung und Verschärfung von Sanktionen in einem symbolischen Akt Klage gegen die USA einreichen, hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag mitgeteilt.

cpa/Reuters



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kuh 22.07.2018
1. Ironie
Hm. Sich beschweren, dass Russland mit einer Online-Kampagne die Wahl in den USA beeinflusst und dann eine Online-Kampagne starten um die Regierung in Teheran zu beeinflussen? Schon ein wenig arrogant, oder?
frankfurtbeat 22.07.2018
2. es ...
es scheint als hätte Pompeo über die USA gesprochen denn der Satz "entweder die Regierung ändert sich, oder sie wird es sehr schwer haben, ihre bösen Absichten weiter zu verfolgen" passt eher zu den USA als zum Iran. Wer bandelt denn mit dem wahabistischen System SA? Ist es der Iran der Gelder nach Europa schickt um die Religion auszubreiten? Ist es der Iran der Krieg gegen Jemen führt? Ist es etwa der Iran gewesen welcher der BRD die Finanzierung von Moscheen anstatt Geld zur Unterstützung der Flüchtlingsproblemnatik angeboten hat? Der Iran ist das Feindbild der Israelis und damit Feind der USA - kein Wunder der Schwiegersohn Trump´s wird dabei auch seine Fäden ziehen lassen. Wenn Europa sich jetzt wieder dem Willen der möchtegernSupermacht fügt wird es den nächsten Flächenbrand verursacht durch die USA geben. Die USA und das Geld diverser US-Persönlichkeiten und US-Banken sind das Problem dieser Welt ... Schön das wenigstens China und Russland positiv zum Iran stehen ...
Pkl 22.07.2018
3. Was soll das!!
Können die USA nicht endlich einmal Ruhe geben, für mich sind die USA schlimmer als andere Nationen, Angefangen über die Zölle, die angebliche Hilfe in Vietnam, Korea, Afghanistan, Irak. Alle Länder sollen Abrüsten nur die USA braucht das nicht. Liebe Bürger der USA, Ihr habt den Bock zum Gärtner gemacht. Warum setzen sich die USA nicht einmal für den Frieden ein, nein Ihre Botschaft in Israel wird verlegt , es war doch voraus zusehen das es Unruhen gibt, setzt Euch doch einmal mit den Russen zusammen und tut was für den Frieden in Syrien. Da sollte man gegen die Regierung vorgehen und danach den Einwohnern helfen Ihr Land wieder auf zubauen. Ich habe mich mit einigen Syriern unterhalten und alle möchten wieder zurück in die Heimat aber nicht solange diese Regierung an der Macht ist.
Atheist_Crusader 22.07.2018
4.
Nichts werden die erreichen, solange sie nicht auch die Saudis an die Kette legen. Der Iran wäre völlig wahnsinnig sich zu Friedfertigkeit zu verpflichten, während die Saudis weiter mit Bestechung, Terrorfinanzierung und Stellvertreterkriegen ihren Einfluss gegen den Iran und seine Verbündeten ausbauen. Und das ist keine Frage der Regierungsform. Ein demokratischer Iran würde das genausowenig akzeptieren - denn die Aggression der Saudis richtet sich nicht nur gegen die iranische Regierung (ist ja nicht so, dass die Saudis selbst Fans von Demokratie wären), sondern gegen das Konzept eines starken, geeinten, schiitischen Staates.
Fuscipes 22.07.2018
5.
Pompeo werde eine Rede mit dem Titel "Iranische Stimmen unterstützen", "Wir streben keinen Regimewechsel im Iran an", das muss man aber nicht unbedingt glauben, https://www.youtube.com/watch?v=gOOAm3BomAE. Die Bestrebungen spechen jedoch eine andere Sprache, und es gibt viele Gründe warum ein weiterer Krieg verhindert werden sollte.
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