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Sarah Palins Memoiren Abrechnung einer Abgekanzelten

Sarah Palin: "Den Wölfen zum Fraß vorgeworfen"Zur Großansicht
AP

Sarah Palin: "Den Wölfen zum Fraß vorgeworfen"

2. Teil: Erste Reaktionen: Linke höhnen, Rechte jubeln

So hätten ihr die Strategen strikt untersagt, Obamas "Connection" zum umstrittenen Pastor Jeremiah Wright zu thematisieren, beklagt sich Palin auf Seite 307. "Ich werde auf immer in Frage stellen, warum die Wahlkampfleitung die Diskussion solcher Verbindungen verbot." Zumal Obama seine damals "sorgsam getarnten" Ansichten jetzt "mittels seiner Amtshandlungen" als Präsident offenbart habe.

McCains Team, petzt Palin weiter, habe ihr nur "lauwarme Unterstützung" gewährt und sie regelmäßig untergraben. So hätten die Berater, als kurz vor dem Wahlparteitag in St. Paul die Schwangerschaft ihrer minderjährigen Tochter Bristol ans Licht kam, eine Erklärung verfasst, die die Situation "verherrlicht" habe und die sie entsetzt umgeschrieben habe. Veröffentlicht worden sei der Originaltext.

Introspektion kennt Palin nicht. Etwa bei den TV-Debatten gegen ihren demokratischen Gegenspieler Joe Biden: Zur Vorbereitung habe sie "Stapel von Karteikarten bekommen", auf der einen Seite Fragen, auf der anderen "politische Nichtantworten". Zu denen habe sie sich aber "nicht zwingen" können und eigene Antworten gegeben. Prompt habe ein McCain-Berater sie vor der Presse angeschwärzt: Palin übe den "Alleingang" - ergo der Buchtitel.

Überhaupt sei sie von den Medien ferngehalten worden. Selbst harmlose Journalistenfragen wie "Wie geht es Ihnen?" habe sie nicht beantworten dürfen - sehr gegen ihren Willen.

In klassischer Palin-Manier macht sie sich dann aber zugleich über jene Reporter her. Wie die sie behandelt hätten, sei "jämmerlich" gewesen: Die "Mainstream"-Medien seien "als Quelle sachlicher Informationen wertlos". Als besonders "lausig" beschrieb sie das Interview des TV-Senders KTUU, in dessen Hintergrund ein Truthahn geschlachtet wurde - eine "absichtliche" Falle des Kameramanns.

Selbstlose Interviews

Speziellen Groll hebt sie sich für Katie Couric auf, deren entlarvende Interviews Palin zur globalen Lachnummer machten. Courics Fragen seien "voreingenommen" gewesen, ihre eigenen, "substantiellen Antworten" dagegen systematisch zu "Zehn-Sekunden-Soundbites" gestutzt worden. Überhaupt habe sie Couric die Interviews nur gegeben, weil sie "Mitleid" mit ihr gehabt habe: Couric - die im TV-Quotenkampf hinterherhinkte - habe nach den Worten von McCains Beraterin Nicolle Wallace "ein geringes Selbstwertgefühl" gehabt und dringend einen Karriereschub gebraucht.

Auch ließ sich Palin über die Komödiantin Tina Fey aus, die sie in der Sketchshow "Saturday Night Live" brillant persiflierte und mit der sie am Ende gemeinsam auftrat. Fey sei zwar "liebenswürdig" gewesen, doch die "SNL"-Witze habe sie als "unschmeichelhaft" und "derb" empfunden. Die Idee, bei "SNL" aufzutreten, habe sie außerdem selbst gehabt - eine Darstellung, die McCains Strategen am Wochenende umgehend dementierten: Palin sei davon gar "nicht begeistert" gewesen.

Das McCain-Lager widersprach auch anderen Behauptungen Palins. Zum Beispiel, dass sie die Kosten der Sicherheitsüberprüfung ihrer Kandidatur (50.000 Dollar) habe tragen müssen. "Das Wahlkampfteam hat sie nicht ersucht, diesbezügliche Ausgaben zu zahlen", beharrte Trevor Potter, McCains damaliger Finanzjurist, in der Zeitung "USA Today".

Die ersten Reaktionen auf "Going Rogue" waren vorhersehbar: Die Linken verhöhnen es, die Rechten umjubeln es. Fest steht, dass Palin in den USA wieder Gesprächsthema Nummer eins ist. Selbst Oprah Winfrey, Obamas Wahlkampfgefährtin, ist angetan: "Es gab nichts, über das wir nicht gesprochen hätten", strahlte sie nach der Aufzeichnung des TV-Interviews.

Palin selbst genießt den Wirbel. "Lest das Buch", ruft sie ihren Fans auf ihrer Facebook-Page zu. "Habt Spaß!" Ihre geplante "book tour" wird sie in ländliche Staaten führen, in denen sie schon 2008 gefeiert wurde und die auch bei den nächsten Wahlkämpfen wieder entscheidend sein dürften: Michigan, Indiana, Ohio, Pennsylvania, Virginia, North Carolina, Florida. Termine gibt sie über ihr Twitter-Konto bekannt. Dessen Name: SarahPalinUSA - da braucht keiner zwischen den Zeilen zu lesen.

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insgesamt 51 Beiträge
franzdenker 16.11.2009
Frau Palin ist lächerlich. Ganz nach ihrem konservativen Weltbild, sollte sie lieber hinterm Herd bleiben und ihre unehelichen Enkel versorgen. Sie ist eine perfekte Verkörperung für die Scheinheiligkeit des neokonservativen, [...]
Zitat von sysopIhre Memoiren sorgen bereits für Furore, bevor sie überhaupt im Handel sind: Sarah Palin, Ex-Kandidatin als US-Vize-Präsidentin, beschwert sich darin bitter über ihre Gegner - und über das eigene Wahlkampfteam. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,661448,00.html
Frau Palin ist lächerlich. Ganz nach ihrem konservativen Weltbild, sollte sie lieber hinterm Herd bleiben und ihre unehelichen Enkel versorgen. Sie ist eine perfekte Verkörperung für die Scheinheiligkeit des neokonservativen, streng religiösen Amerikas.
Shayla 16.11.2009
Ähm, und nun? Ist da etwa jemand überrascht? So ist das eben, wenn man sich eine Sarah Hilton in die Politik holt.
Ähm, und nun? Ist da etwa jemand überrascht? So ist das eben, wenn man sich eine Sarah Hilton in die Politik holt.
lemming51 16.11.2009
Nun, sie hat, wie jeder aus dem religiösen Lager in den Vereinigten Staaten, den HERRN auf ihrer Seite, da kann man per se nichts falsch machen, bzw. falsch gemacht haben. Die eigene Mannschaft hat vermutlich nicht erkannt, was [...]
Nun, sie hat, wie jeder aus dem religiösen Lager in den Vereinigten Staaten, den HERRN auf ihrer Seite, da kann man per se nichts falsch machen, bzw. falsch gemacht haben. Die eigene Mannschaft hat vermutlich nicht erkannt, was für ein politisches Naturtalent da verbraucht wurde. Nun ist sie weg und ich bin' s zufrieden.
maconaut 16.11.2009
Oder Paris Hunziker....
Zitat von ShaylaSo ist das eben, wenn man sich eine Sarah Hilton in die Politik holt.
Oder Paris Hunziker....
snickerman 16.11.2009
hat die "Hockey-Mom" jedenfalls nicht, eher den Stil: "Alle doof außer ich!" Dass die "Rechten" in den USA dieses Machwerk auch noch bejubeln, zeigt wie heruntergekommen weite Teile der [...]
hat die "Hockey-Mom" jedenfalls nicht, eher den Stil: "Alle doof außer ich!" Dass die "Rechten" in den USA dieses Machwerk auch noch bejubeln, zeigt wie heruntergekommen weite Teile der Diskussionskultur dort sind und wie weit von der Realität die Hinterwäldler entfernt sind. Gegen Sarah Palin wirkt selbst G.W.Bush noch als Leuchte. Mit Kritik kann sie nicht umgehen, sie nimmt nichts an, für ihre freche Zurschaustellung von arroganter Dummheit wird sie von den rechten Volksverhetzern auch noch beklatscht- Klar, dass sie sich so auch noch bestätigt fühlt. Macht mal alle einen Augenblick die Augen zu und stellt Euch vor, Frau Palin steht am Podest und hält als POTUS eine Rede zu den wichtigsten Weltproblemen...
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Palins politische Positionen
Palin hat in mehreren Interviews klargemacht, dass sie die Erderwärmung nicht als Folge menschlichen Handelns ansieht. Palin befürwortet Ölbohrungen in geschützten Naturgebieten in den arktischen Regionen ihres Heimatstaats Alaska. Unter ihrer Führung hat die dortige Landesregierung Klage gegen den Beschluss der Regierung in Washington eingereicht, den Eisbären auf die Liste der bedrohten Tierarten zu setzen.





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