Machtkampf bei Frankreichs UMP: Sarkozy will Abstimmung über Neuwahlen

Er wollte sich raushalten - jetzt mischte sich Ex-Präsident Nicolas Sarkozy doch ein. Im Kampf um seine Nachfolge als Parteichef der Konservativen schlug er eine UMP-interne Abstimmung über Neuwahlen vor. Die Rivalen Fillon und Copé könnten sich darauf einlassen.

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Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: Abstimmen über Neuwahlen

Paris - Im erbitterten Machtkampf um den Vorsitz der konservativen UMP zeichnen sich erste Annäherungsversuche ab. Wahlsieger Jean-François Copé hat vorgeschlagen, die Parteimitglieder über eine Neuwahl abstimmen zu lassen. Die Idee dazu kommt von Ex-Partei- und Staatschef Nicolas Sarkozy. Er hatte die beiden Kontrahenten zu einem Treffen am Dienstagnachmittag gedrängt. Der ehemalige Präsident wollte sich zunächst aus den Streitigkeiten heraushalten.

Doch Sarkozys Heimatpartei UMP steuert im Führungsstreit auf eine Spaltung im Parlament zu: Der bei der Urwahl vor einer Woche unterlegene Ex-Premierminister Fillon kündigte am Dienstag die Gründung einer eigenen Fraktion in der Nationalversammlung an. Damit will er Neuwahlen um den Parteivorsitz zu erzwingen.

Copé wies Fillons Forderungen zunächst zurück. Schon die Statuten der Partei erlaubten keine Neuwahlen "nur weil derjenige, der nicht zum Sieger erklärt wurde, ein Ultimatum stellt", sagte Copé. Nach dem Treffen schlug er aber vor, im Dezember oder Januar darüber abstimmen zu lassen.

Nach Angaben des Nachrichtenportals "LeFigaro.fr" will Fillon auf den Vorschlag eingehen, stellt aber Bedingungen. Es dürfe sich nicht um ein "Hinhaltemanöver" handeln, zudem müsse eine "objektive" Abstimmung ermöglicht werden.

Fillon war Copé in der Wahl um den Parteivorsitz nur knapp unterlegen. Weil Stimmen aus Übersee-Départements nicht berücksichtigt wurden, hatte das Fillon-Lager das Wahlergebnis angefochten. Wahlbeobachter glauben, dass mit den Stimmen wohl Fillon gewonnen hätte. Obwohl eine parteiinterne Kommission Copé zum Sieger erklärt hatte, erkennt Fillon den neuen Chef nicht an und will notfalls vor Gericht ziehen.

fhu/dapd/AFP

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