Bestechungsvorwürfe Sarkozy wegen Milliarden-Geschäft mit Kasachstan unter Druck

Er will zurück in die große Politik - doch es droht schon wieder eine Affäre: Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy ist unter Druck, weil Beamte aus seiner Regierung im Zuge eines milliardenschweren Hubschrauberdeals in den Fokus der Justizbehörden gerückt sind.

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: Heikler Hubschrauber-Deal
AP

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: Heikler Hubschrauber-Deal


Berlin - Ein vor vier Jahren in der Amtszeit des französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy mit Kasachstan abgeschlossenes Milliardengeschäft hat Pariser Untersuchungsrichter auf den Plan gerufen und könnte dem Politiker noch gefährlich werden. Justizkreise bestätigten am Dienstag einen Bericht der Tageszeitung "Le Monde", wonach bereits im März 2013 unter größter Diskretion eine richterliche Voruntersuchung wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Beamter und Geldwäsche eingeleitet wurde. Laut "Le Monde" besteht auch der Verdacht, dass Sarkozys Regierung auf Drängen Kasachstans in Belgien zugunsten eines belgisch-kasachischen Geschäftsmannes intervenierte.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht laut "Le Monde" ein 2010 abgeschlossenes Geschäft im Umfang von mehr als zwei Milliarden Euro, bei dem es unter anderem um die Lieferung von 45 Hubschraubern von Eurocopter (heute Airbus Helicopters) an Kasachstan ging. Mögliche Kommissionen an Kasachstan sollen teilweise nach Frankreich zurückgeflossen sein. Gegen eine in Nizza ansässige Anwältin und zwei weitere Verdächtige wurde deswegen ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Laut "Le Monde" wurden im Zuge der Ermittlungen auch eine enge Mitarbeiterin des damaligen Generalsekretärs des Präsidialamtes, Claude Guéant, und ein einstiger Berater Sarkozys befragt.

Intervention in Belgien?

Der Tageszeitung zufolge prüfen die Untersuchungsrichter auch, ob Sarkozys Regierung im Gegenzug für den Milliarden-Vertrag auf belgische Parlamentarier einwirkte. Diese sollten sich demnach für eine Gesetzesänderung einsetzen, die es letztlich erlaubte, die Strafverfolgung eines belgisch-kasachischen Geschäftsmannes und zwei seiner Partner wegen Korruptionsvorwürfen gegen Zahlung einer Geldstrafe einzustellen. Der kasachische Staatschef Nursultan Nasarbajew soll von Sarkozy eine solche Intervention verlangt haben, damit das Milliarden-Geschäft zustande kommt.

Sarkozy, der Mitte September zweieinhalb Jahre nach seiner Wahlniederlage gegen den Sozialisten François Hollandein die Politik zurückgekehrt war, ist bereits in zahlreiche Affären verstrickt. So läuft wegen des Verdachts der versuchten Bestechung eines Staatsanwalts ein formelles Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Politiker. Sarkozy will sich Ende November zum Vorsitzenden seiner Partei UMP wählen lassen - ein Sprungbrett für eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2017.

vme/AFP

insgesamt 10 Beiträge
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zaqsam 07.10.2014
1. Solche Menschen!
brauchen wir nicht an der Spitze eines Landes! Was ist los mit diesen Menschen er hat die letzte Wahl verloren. War in einem Bestechungsskandal verwickelt. Jetzt noch dies und nicht zu vergessen war da noch was mit Gaddafi und seiner evtl. Finanzspritze??? Und TROTZdem I be back, kopfschüttel...
merkur08 07.10.2014
2. Das hat die Franzosen noch nie gestört............
Im Gegenteil. Ein Präsident, der keine Geliebte hat, oder nicht ein bisschen auf internationalen Parkett, natürlich im Interesse Frankreichs mit etwas Bestechung jongliert wird westlich des Rheines nicht ernst genommen. Das war in Frankreich immer schon so. Man stelle sich vor Merkel hätte einen Liebhaber-- Nun gut..... Oscar Lafontaine, Joschka Fischer und Willy Brandt kamen ziemlich unbeschadet aus der Sache. Aber die waren oder sind links. Da wird eh jede Sauerei in den Medien verziehen. Das Volk tut es nicht. Siehe AfD. Ne, Geographisch gesehen liegt Frankreich hervorragend. Oben der Kanal, Links der Atlantik, unten das Mittelmeer, Rechts die Alpen. Aber gesellschaftlich? ganz unten..............droht
lafrench 07.10.2014
3.
Um es kurz zu machen, denn in allen 7 Affären kennen sich deutsche Leser ja kaum aus: Frankreich wird berlusconisiert, so sagt man ;-)
eule_neu 07.10.2014
4. Politische Missetaten lassen sich schwer verbergen ...
Dier politischen Schweinereien kommen irgendwann ans Licht. Hoffentlich haben die Staatsanwälte auch genügend Material und Rückgrat, um das Verfahren durchzuziehen. Auch deutsche Politiker wir die Wahrheit einholen ...
claudiosoriano 07.10.2014
5. Europa
und insgesamt ist seit langen eine große Schweinerei, wo sich Lobbyisten die Taschen und Konten füllen. Löst Brüssel-Straßburg auf, kehrt zur EWG zurück, denn wir werden von Lobbyisten und korrupten EU und US Schergen gelenkt! Und ein großes PFUI den gewählten Abgeorneten der BRD!
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