Satellitenbilder Nordkorea testet Triebwerke für Langstreckenrakete

Diktator Kim Jong Un lässt nicht locker: Trotz vermasselter Tests und peinlichen Raketen-Attrappen baut Nordkorea offenbar weiter an einer funktionierenden Langstreckenrakete. Das zeigen neue Satellitenbilder.

AFP

Seoul - Ein gescheiterter Raketenstart und Attrappen auf einer Militärparade - diese Peinlichkeiten will Diktator Kim Jong Un offensichtlich nicht auf sich sitzenlassen: Nach Einschätzung eines US-Instituts feilt Nordkorea weiter an der Technik für Langstreckenraketen.

Seit dem missglückten Raketentest im vergangenen Frühjahr hätten "mindestens zwei, möglicherweise mehr" Tests von Triebwerken für große Raketen stattgefunden. Das habe die Auswertung von Satellitenbildern vom Raketenstartgelände Sohae an der Westküste des Landes ergeben, hieß es auf der vom US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore betriebenen Website 38 North.

Der jüngste Raketenmotortest in Nordkorea fand laut dem US-Institut wahrscheinlich Mitte September statt. Darauf hätten Veränderungen auf dem Sohae-Startgelände seit April hingedeutet. Unter anderem seien dort vorher gesichtete 34 Kraftstofftanks verschwunden, und die Vegetation an der Seite des Abschussgrabens am Startplatz sei verbrannt.

Der Graben selber weise orangefarbene Stellen auf, was Anzeichen von Motorentests seien. Es seien vermutlich Motoren für die Unha-3-Satellitenträgerrakete oder die neue Langstreckenrakete KN-08 getestet worden, deren Atrappe bei einer Militärparade im April in Pjöngjang gewesen war.

Trotz internationaler Warnungen hatte Nordkorea im April eine Mehrstufenrakete abgefeuert. Die Rakete war jedoch kurz nach dem Start explodiert. Während Nordkorea von einem Satellitenstart sprach, sahen die USA und andere Länder darin den verschleierten Start einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkörper transportieren könnte.

Nach eigenen Angaben besitzt Nordkorea eine Atomwaffe. Experten rechnen seit geraumer Zeit mit einem dritten Nukleartest des Landes, nachdem Pjöngjang im Oktober 2006 und im Mai 2009 Bomben testete.

sun/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Peter_Lublewski 13.11.2012
1. Schrott
Weckt mich, wenn mal ein Test mit diesen Schrotthaufen gelingt.
Onkel_Karl 13.11.2012
2.
Zitat von sysopAFPDiktator Kim Jong Un lässt nicht locker: Trotz vermasselter Tests und peinlichen Raketen-Attrappen baut Nordkorea offenbar weiter an einer funktionierenden Langstreckenrakete. Das zeigen neue Satellitenbilder. http://www.spiegel.de/politik/ausland/satellitenbilder-nordkorea-testet-triebwerke-fuer-langstreckenrakete-a-867072.html
Hoffentlich fliegt diese Rakete weiter,als letztes mal...so um die 120 Kilometer;) Und USA wollen uns Europa vor Nord Korea schützen,in dem ein Raketenabwehrschild in Ost Europa installiert wird...da gibt es 2 Länder auf diesem Planeten,Iran und Nord Korea...beide haben weder Atombombe,noch Raketen mit der Reichweite aber USA wollen diesen Schild...in Polen,um uns gegen Nord Korea zu schützen..voll logisch. Und Russen sollen sich keine Sorgen machen,es ist nicht gegen die Russen gerichtet...USA sollten lieber ihren Terrorpartner Pakistan im Auge behalten und nicht Tuka Taka Land. P.S. Ist es nicht seltsam...2 Drittel der SEALS die beim Sturm auf Bin Laden teilgenommen haben,wurden in Afganistan abgeschossen..in einem Cheenok Hubschrauber...insgesamt wurden in 10 Jahren glaube ich nur paar Hubschrauber abgeschossen und dann sowas...und all die SEALS waren dabei..die vielleicht nichts gesehen haben und überhaupt nicht wussten wessen Villa da gestürmt wird...überlebende SEALS schreiben Bücher,so lange sie noch leben.
Oberleerer 13.11.2012
3.
Alles nur Augenwischerei. NK ist abhängig von China. China will nicht, dass dort das Volk revoltiert und womöglich ein Vorbild für die Chinesen liefert, bei denen der Wohlstand nicht ankommt. SK kann eine Masseneinwanderung nicht dulden und kann nur hoffen dass NK eine interne Lösung findet und liegt damit konträr zu China. Der aktuelle Zustand ist für beide der kleinste gemeinsame Nenner. Erst wenn in China die Zentralpartei ihre Macht verliert, kann sich in NK etwas ändern. Atomwaffen oder leistungsstarke Raketen wird es nicht geben, weil dies nicht im Interesse aller Schutzmächte ist (China, SK, USA) und der Weltöffentlichkeit. Selbst wenn der NK-Boss einen Narzistischen Schub bekommt und China vor den Kopf stößt, wird von China eben ein anderer Führer an die Spitze gesetzt.
Peter_Lublewski 13.11.2012
4. Knödel
Zitat von sysopAFPDiktator Kim Jong Un lässt nicht locker: Trotz vermasselter Tests und peinlichen Raketen-Attrappen baut Nordkorea offenbar weiter an einer funktionierenden Langstreckenrakete. Das zeigen neue Satellitenbilder. http://www.spiegel.de/politik/ausland/satellitenbilder-nordkorea-testet-triebwerke-fuer-langstreckenrakete-a-867072.html
Mit Raketenattrappen haben sich schon die Sowjets bei ihren 1.Mai-Paraden lächerlich gemacht. Warum nicht auch die Truppen des kleinen Knödels?
wwwwalter 13.11.2012
5. Sie überschätzen die Chinesen
Zitat von OberleererAlles nur Augenwischerei. NK ist abhängig von China. China will nicht, dass dort das Volk revoltiert und womöglich ein Vorbild für die Chinesen liefert, bei denen der Wohlstand nicht ankommt. SK kann eine Masseneinwanderung nicht dulden und kann nur hoffen dass NK eine interne Lösung findet und liegt damit konträr zu China. Der aktuelle Zustand ist für beide der kleinste gemeinsame Nenner. Erst wenn in China die Zentralpartei ihre Macht verliert, kann sich in NK etwas ändern. Atomwaffen oder leistungsstarke Raketen wird es nicht geben, weil dies nicht im Interesse aller Schutzmächte ist (China, SK, USA) und der Weltöffentlichkeit. Selbst wenn der NK-Boss einen Narzistischen Schub bekommt und China vor den Kopf stößt, wird von China eben ein anderer Führer an die Spitze gesetzt.
China hat zwar wirtschaftliche Druckmittel in der Hand, aber ansonsten keinen direkten Einfluss auf die nordkoreanische Führung. Und austauschen können sie die schon gar nicht so einfach. Was intern in NK abgeht, ist selbst den Chinesen nicht immer klar. Bedenken Sie, dass es sich um das abgeschottetste Land der Welt handelt, da hat selbst der chinesische Geheimdienst nicht überall Einblick, und für die westlichen Geheimdienste ist NK eine No-Go-Area. Die Schlapphüte können höchstens nordkoreanisches Fernsehen gucken und auswerten, oder auf den einen oder anderen hochrangigen Überläufer warten, von denen es aber nicht gerade viele gibt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.