Saudi-Arabien Al-Qaida droht mit der Ermordung eines Amerikaners

Auf einer Internetseite stellt al-Qaida ein weiteres Ultimatum: Wenn Saudi-Arabien nicht binnen 72 Stunden alle Mudschahidin freilasse, werde ein US-Bürger ermordet. Der Mann befindet sich seit Samstag in der Gewalt des Terrornetzwerkes.


US-Geisel Johnson: Ultimatum von al-Qaida
REUTERS

US-Geisel Johnson: Ultimatum von al-Qaida

Kairo - "Wenn die Tyrannen der saudiarabischen Regierung die Freilassung der amerikanischen Geisel erreichen wollen, müssen sie unsere Glaubenskämpfer freilassen, die in ihren Gefängnissen festgehalten werden", heißt es in der Erklärung, die gestern auf der Interseite Saud al-Dschihad veröffentlicht wurde. "Sie haben von heute an 72 Stunden dafür Zeit. Andernfalls werden wir ihn opfern."

Am Samstag hatte sich al-Qaida zu der Entführung des Amerikaners Paul M. Johnson, 49, in Saudi-Arabien bekannt. Es hieß, sie habe ihn aus Rache für die Misshandlungen von Gefangenen durch die Amerikaner im Irak verschleppt. Der aus New Jersey stammende Ingenieur arbeitete für den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin in Saudi-Arabien.

Als regionaler al-Qaida-Chef der arabischen Halbinsel gilt Abdelasis Issa al-Mukrin. Einem Untertitel des im Internet veröffentlichten Videofilms zufolge war er auch derjenige, der die Erklärung der Entführer verlas. Die saudiarabische Regierung teilte mit, die Echtheit des Videos werde in Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden noch geprüft. Ein US-Beamter vertrat die Ansicht, die Drohungen müssten sehr ernst genommen werden.

Der Erklärung war eine Serie von Anschlägen in den vergangenen sechs Wochen in Saudi-Arabien vorausgegangen. Al-Qaida, deren Anführer Osama Bin Laden aus Saudi-Arabien stammt, kämpft gegen das mit den USA kooperierende saudische Königshaus. Sie hat sich zudem zum Ziel gesetzt, alle aus ihrer Sicht Ungläubigen aus dem Geburtsland des Islam zu vertreiben.



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