Saudi-arabische Blockade Uno warnt vor Millionen Hungertoten im Jemen

Eindringlicher Appell der Uno: Sollte die Militärkoalition unter Saudi-Arabiens Führung Hilfslieferungen nach Jemen nicht ermöglichen, drohe die "größte Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat".

Menschen in Sanaa erhalten eine Essensration
DPA

Menschen in Sanaa erhalten eine Essensration


Im Jemen sind wegen der saudi-arabischen Blockade nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Leben von Millionen Menschen bedroht. Diese könnten verhungern, wenn die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die See- und Flughäfen weiter blockiere, warnte der Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcok vor Journalisten in New York. Zuvor hatte er den Sicherheitsrat über die aktuelle Lage in dem Land unterrichtet.

"Es wird nicht wie die Hungersnot im Südsudan in diesem Jahr sein, wo Zehntausende Menschen betroffen waren", sagte Lowcok. "Es wird nicht wie die Hungersnot 2011 in Somalia sein, wo 250.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit vielen Jahrzehnten gesehen hat - mit Millionen von Opfern."

Der Uno-Sicherheitsrat forderte das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis auf, alle Flughäfen und Häfen in dem Krisenland für Hilfslieferungen offen zu halten. Dies sei angesichts der "schrecklichen humanitären Lage" dringend notwendig, sagte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt. Das Militärbündnis hatte am Montag angekündigt, alle Luft-, Land- und Seeverbindungen in den Jemen zu kappen, um iranische Waffenlieferungen an die Huthis zu unterbinden.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte auf Antrag Schwedens hinter verschlossenen Türen über die Lage im Jemen beraten. Das Gremium brachte anschließend seine "Besorgnis" über die "katastrophale humanitäre Lage im Jemen" zum Ausdruck, hieß es in einer Erklärung des Rates, die Cardi vor Journalisten verlas.

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Im Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten kämpfen gegen Truppen des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi.

Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen und bombardiert seit rund zweieinhalb Jahren Stellungen der Rebellen aus der Luft. Tausende Menschen wurden getötet, Millionen weitere sind auf humanitäre Hilfe angewiesen (mehr zu dem Konflikt lesen Sie hier).

aar/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 42 Beiträge
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rosskal 09.11.2017
1. Warum
liefert Deutschland weiterhin Waffen in diese Familien-Diktatur? Unsere Politiker müssen sich nicht wundern, wenn die Wahlergebnisse für Sie immer schlechter werden. Es ist bestimmt nicht "das eine Thema", es sind die "tausend Unzulänglichkeiten und Verfehlungen", welche ihre Wahlergebnisse in den Keller treiben.
ronald1952 09.11.2017
2. Anstatt zu Warnen,
sollte die UN mal anständigen Druch auf die Saudis aufüben damit das aufhört. Ach ja richtig, die USA sitzt ja mit den Saudis in einem Boot und das traut sich anscheinend Weltweit niemand dem Einhalt zu gebieten. Was für eine traurige Welt in der wir Leben. Aber vielleicht ist es auch an der Zeit wie Anno 1789 mal eine neue Revolution zu starten um dieses ganze Pack was den Menschen das Recht zu Leben nimmt zum Teufel zu jagen. Es kann doch nicht sein das der Westen in Saus und Braus lebt, wo Weltweit alles zur Verfügung steht das diese armen Menschen dort Verhungern müssen? Was ist eigendlich los mit diesen völlig verblödeten Politiker/innen Weltweit? Haben die denn gar nichts mehr in der Birne? schönen Tag noch,
rkinfo 09.11.2017
3. Wahabiten gegen Schiiten
Religionskriege waren schon immer abgrundtief brutal und menschenverachtung, wie auch die Religionskriege des europäischen Mittelalters zeigt. Ohne Ökomene der Imane wird der Konflikt kaum seinen tödlichen Aspekt verlieren. Zeigt, wie wichtig Menschenrechte und globale Trennung von Staat und Kirche für die Menschlichkeit ist.
Herr_Weber 09.11.2017
4. Leiderleider
Interessiert leider keinen. Im Jemen gibt's nix zu holen. Kein Öl, keine anderen besonderen Bodenschätze. Nur Steine, Sand und schöne Häuser. Wäre das Land reich sähe die Situation ganz anders aus.
ruebke 09.11.2017
5. Bürgerkrieg?!?
Wenn der Iran und Saudi-Arabien die Hauptakteure sind, die sich in einem Land austoben, welches sich aus Armut haupsächlich mit Steinen bekriegen könnte, nennt man das einen Stellvertreterkrieg. Nicht immer subtil das Gefühl vermitteln, wir wären nicht betroffen oder indirekt ursächlich, bitte.
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