Riad versus Teheran Saudi-Arabiens Kronprinz droht Iran mit Bau von Atombombe

Iran und Saudi-Arabien sind Erzfeinde. Das Königshaus in Riad verdächtigt die Regierung in Teheran, ihr Atomprogramm militärisch nutzen zu wollen, und droht: "Wir werden so schnell wie möglich nachziehen."

Mohammed bin Salman
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Mohammed bin Salman


Mehrere Staaten im Nahen Osten planen gegenwärtig, zivile Atomprogramme zu starten, darunter auch Saudi-Arabien. In den nächsten Jahren sollen 16 hochmoderne Kraftwerke in den Wüsten des wahhabitischen Königreichs gebaut werden.

Auch die Angst vor einer Atommacht Iran treibt viele sunnitisch-arabische Länder dabei an. Die Regierung in Teheran beteuert zwar, ihr umstrittenes Atomprogramm nicht für die Entwicklung von Nuklearwaffen nutzen zu wollen, aber besonders das Herrscherhaus in Riad traut diesem Versprechen nicht - und geht nun in die Offensive.

Sollte Iran eine Atombombe bauen, werde Riad "so schnell wie möglich nachziehen", sagte Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS.

"Saudi-Arabien will keine Atombombe besitzen, aber kein Zweifel, wenn Iran eine Atombombe baut, werden wir so schnell wie möglich nachziehen", sagte Salman weiter.

Salman vergleicht Khamenei mit Hitler

Außerdem zog Salman in dem Interview eine Parallele zwischen dem geistlichen Oberhaupt der Iraner, Ajatollah Ali Khamenei, und Adolf Hitler. Der Kronprinz verglich die territorialen Ambitionen Irans mit der Expansionspolitik Nazideutschlands.

Khamenei wolle "sein eigenes Projekt im Nahen Osten verfolgen, genau wie Hitler sich in der damaligen Zeit ausbreiten wollte", sagte er. Viele Länder hätten damals die von Hitler ausgehende Gefahr unterschätzt. "Ich möchte nicht, dass im Nahen Osten dasselbe passiert."

Am Dienstag kommender Woche wird der Kronprinz US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus treffen. Washington und Riad haben sich seit Trumps Amtsantritt Anfang 2017 wieder stärker angenähert.

Trump sieht in Saudi-Arabien einen wichtigen Partner gegen den gemeinsamen Erzfeind Iran. Der US-Präsident wirft Iran nicht nur dessen Rolle in den Konflikten in Syrien und im Jemen vor. Er lehnt auch das Atomabkommen mit Teheran ab, das sein Vorgänger Barack Obama mit ausgehandelt hatte.

dop/AFP

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