Historische Kommunalwahl In Saudi-Arabien wird erstmals eine Frau Gemeinderätin

Es war eine historische Abstimmung: Erstmals in der Geschichte des ultrakonservativen Saudi-Arabien durften Frauen wählen und für Ämter kandidieren. Salma bent Hisab al-Oteibi ist nun in ihrem Ort nahe Mekka Gemeinderätin.

Eine Frau gibt in Riad ihre Stimme ab: Politische Gleichberechtigung bei den Kommunalwahlen
AP/dpa

Eine Frau gibt in Riad ihre Stimme ab: Politische Gleichberechtigung bei den Kommunalwahlen


Saudi-Arabien war der letzte Staat der Welt, der Männern das Wahlrecht vorbehielt. Bis Samstag, da durften die Frauen in dem streng muslimischen Land zum ersten Mal über die Gemeinderäte abstimmen und auch kandidieren.

In Madrakah am Rande der heiligen islamischen Stadt Mekka setzte sich eine Frau durch. Salma bent Hisab al-Oteibi sei in dem Ort zur Gemeinderätin gewählt worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag. Sie zitierte den Leiter der Wahlkommission Osama al-Bar.

Damit ist Salma bent Hisab al-Oteibi die erste gewählte kommunale Politikerin des ultrakonservativen Königsreichs. Sie war in der Stadt gegen sieben Männer und zwei Frau angetreten, sagte der Wahlleiter.

Landesweit bewarben sich mehr als 6440 Kandidaten, darunter 900 Frauen. Sie kandidierten um die Sitze in insgesamt 284 Gemeinderäten.

Inoffiziellen Ergebnissen zufolge wurden auch in der Hafenstadt Dschidda im Westen des Landes zwei Frauen gewählt. Die Kandidatinnen Lama Abdulasis al-Sulaiman und Rascha Hifsi holten ausreichend Stimmen für ein Mandat, beide sind Unternehmerinnen. Abdulasis al-Sulaiman war bereits in den Vorstand der Industrie- und Handelskammer in Dschidda gewählt worden.

Allerdings reichen die Befugnisse der Kommunalvertretungen über Straßenbau, öffentliche Anlagen und Müllabfuhr kaum hinaus. In die Wählerlisten schrieben sich nach amtlichen Angaben nur 130.600 Frauen ein, etwa zehnmal weniger als Männer.

In Saudi-Arabien unterliegen Frauen zahlreichen Beschränkungen, zu denen auch ein Fahrverbot gehört. Das nun gewährte aktive und passive Wahlrecht für Frauen gilt einigen als zumindest kleiner Schritt nach vorn. Menschenrechtler begrüßten die Abstimmung als Fortschritt für die Frauenrechte in Saudi-Arabien.

heb/AFP/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 59 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dexterous 13.12.2015
1. schön!
habe gestern noch ein video gesehen wo eine Frau an einer Strassenkreuzung geköpft wurde.
freiheitimherzen 13.12.2015
2. Ein erster Schritt
Das ist sehr begrüßenswert. Ich hoffe es ist allen in SA klar, daß das nur ein erster Schritt sein kann. Sonst bleibt das Land auf einer Stufe mit Nordkorea. Ich wünsche den Saudis viel Erfolg beim laufen lernen. Viele Grüße
fabi.c 13.12.2015
3.
Und,was hat die Frau davon? In einem Land wo die Frau ihren Mann fragen muss ob sie das Haus verlassen darf ist die Wahl ein Farce. In Saudi- Arabien werden Frauenrechte so definiert: Hauptsache es kommt was gutes aus der Küche. Solange Häuser in Sadi-Arabien Häuser mit Gucklöcher gibt,damit die Frauen heraus schauen können wird sich leider,leider für Frauen sich nichts ändern. Etwas gutes hat die Wahl. Nun hat die Gewählte Dame einen Grund wenn ihr Mann sie fragt wohin sie wolle.
birgerhemkendreis 13.12.2015
4. Lächerlich...
SA will so nur vortäuschen moderner zu sein. 130000 Frauen eingetragen,Männer 10x so viele.. Frauen dürfen da nix,nicht mal Auto fahren...Was für ein armseliges Land..
jj2005 13.12.2015
5. Da ist was faul
Wenn der Bürgermeister von Mekka jetzt eine Frau wäre, dann hätte ich den positiven Ton der Meldung verstanden. Aber EINE einfache Gemeinderätin landesweit? Das ist rein statistisch schwer vorstellbar, and lässt eher ahnen, dass das neue Wahlrecht Teil der "Saudi-Arabien ist nicht ISIS"-Show ist, die kürzlich mit der FAZ-Anzeige eingeläutet wurde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.