Korruptionsverdacht Saudi-Arabien kassiert durch Festnahmen von Prinzen 86 Milliarden Euro

Bargeld, Wertgegenstände und andere Sicherheiten: Durch die Festnahme vieler unter Korruptionsverdacht stehender Prinzen hat Saudi-Arabien insgesamt rund 86 Milliarden Euro eingenommen.

Prinz Alwaleed bin Talal
AFP

Prinz Alwaleed bin Talal


Die Massenfestnahme von Korruptionsverdächtigen in Saudi-Arabien hat dem Staat Einnahmen in Milliardenhöhe verschafft: Auf rund 400 Milliarden Rial (86 Milliarden Euro) belaufen sich die Zahlungen, die Verdächtige im Gegenzug für ihre Freilassung der Staatskasse zusagten. Das teilte Generalstaatsanwalt Scheich Saud al-Modscheb in Riad mit.

Die Zahlungen umfassten demnach Bargeld, Wertgegenstände und Sicherheiten. Einige der Festgenommenen seien ohne Zahlung freigelassen worden, weil ihre Unschuld bewiesen wurde.

Im November waren in Saudi-Arabien 381 Menschen wegen des Verdachts auf Korruption festgenommen worden. Die Prinzen, Geschäftsleute und Behördenvertreter wurden seitdem im Ritz-Carlton-Hotel in der Hauptstadt festgehalten.

Die Festnahmen erfolgten auf Anweisung des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, der das ultrakonservative Königreich mit seiner "Vision 2030" modernisieren will.

Der prominenteste der festgenommenen Prinzen, Alwaleed bin Talal, war am Samstag entlassen worden. Der Investor zählt zu den reichsten Menschen der Welt - auch er kam aufgrund einer finanziellen Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft frei.

Inzwischen befinden sich laut Modscheb noch 56 Verdächtige in Gewahrsam. Gegen sie lägen weitere Vorwürfe vor, es werde weiter ermittelt. Namen nannte der Generalstaatsanwalt nicht. Ob sie weiter im Hotel festgehalten werden, sagte er nicht. Das Ritz Carlton in Riad will am 14. Februar wieder für Gäste öffnen.

als/AFP



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