Nachfolger für König Salman Saudi-Arabiens Machthaber regelt Thronfolge neu

Saudi-Arabiens König Salman hat den bisherigen Kronprinzen abgesetzt. An dessen Stelle rückt Mohammed bin Salman - der trotz seines jungen Alters nun über eine erhebliche Machtfülle verfügt.


Er ist bereits Verteidigungsminister und zweiter stellvertretender Premierminister - und nun auch direkter Nachfolger auf den Thron: Mohammed bin Salman al-Saud. König Salman hat seinen erst 31 Jahre alten Sohn zum Kronprinzen ernannt. Das teilte das saudische Königshaus mit. Demnach wurde der bisherige Thronfolger Mohammed bin Naif abgesetzt.

Die Entscheidung kommt nicht ganz überraschend: Mohammed bin Salman wurde von seinem Vater seit dessen Thronbesteigung 2015 in Stellung gebracht, er gilt als Lieblingssohn des Monarchen. Zunächst allerdings hatte der König ihn allerdings "nur" als Vizekronprinzen eingesetzt - und stattdessen seinen Neffen Mohammed bin Naif zum direkten Nachfolger ernannt.

Seitdem hat Mohammed bin Salman bereits eine beispiellose Machtfülle angesammelt, die nun noch größer werden dürfte. So kümmert er sich unter anderem federführend um das Riesenprojekt "Vision 2030". Seine Aufgabe: Das Land radikal modernisieren, es unabhängiger vom Öl machen, ohne dabei die Herrschaft der Königsfamilie zu gefährden.

Als Verteidigungsminister ist er zudem zuständig für Saudi-Arabiens Einsatz im Jemen. Immer wieder hat er seinen gebrechlichen Vater in den vergangenen Monaten auch bei wichtigen Auslandsreisen vertreten. Westliche Diplomaten nannten ihn bereits "Mr Everything" und sehen ihn als den eigentlich mächtigen Mann in Saudi-Arabien. Nur sein Alter wurde bislang als mögliches Hindernis für eine Thronnachfolge gesehen. Nun könnte er die Politik Saudi-Arabiens auf Jahrzehnte prägen.

Seine bisherigen Aufgaben soll der neue Thronfolger weiterhin ausüben. König Salman ist 81 Jahre alt und seit Jahren gesundheitlich angeschlagen. Hartnäckig halten sich seit seiner Amtsübernahme Gerüchte, er leide an Demenz.

Dem arabischen Nachrichtenkanal al-Arabija zufolge wurde die Entscheidung des Königs vom Nachfolgeausschuss des Landes mit 31 von 34 Stimmen bestätigt. Die Einführungszeremonie solle am Mittwochabend gehalten werden.

brk/dpa



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