Saudi-Arabien Rakete aus dem Jemen tötet Ägypter in Riad

Seit drei Jahren führt Saudi-Arabien Krieg im Jemen - und fängt immer wieder Raketen aus dem Nachbarland ab. Trümmerteile eines Geschosses haben nun in der Hauptstadt Riad einen Menschen getötet.

Riad
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Eine von Jemens Huthi-Rebellen abgefeuerte Rakete hat in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad einen Ägypter getötet. Das Geschoss sei vom Militär abgefangen worden, aber Trümmer seien in einem Wohnhaus eingeschlagen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Dabei seien mindestens zwei weitere Menschen verletzt worden.

Insgesamt seien sieben Raketen aus dem Jemen abgefangen worden, so SPA. Drei hätten den internationalen Flughafen von Riad treffen sollen, zwei die Stadt Jayan und jeweils eine Najran und Khamis Mushait.

Am Montag ist der dritte Jahrestag der Jemen-Intervention der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition. Schon seit Beginn des Konflikts im März 2015 haben die Rebellen mehrfach Raketen auf das Nachbarland abgefeuert, seit November 2017 auch auf die Hauptstadt. Der nun verstorbene Ägypter ist das erste Todesopfer des Konflikts in Riad.

Kronprinz Mohammed bin Salman, die treibende Kraft hinter dem Feldzug, hatte seinen Landsleuten 2015 einen schnellen Triumph versprochen. Dass nun, drei Jahre später, immer wieder Raketen aus dem Nachbarland abgewehrt werden müssen, schiebt die Militärführung auf den Iran: Dessen Regime unterstütze die Huthi-Rebellen und liefere ihnen Waffen. Auch die USA sehen Iran hinter diesen Angriffen. Teheran bestreitet eine militärische Unterstützung.

Hinter dem Jemen-Krieg steht ein Stellvertreterkonflikt der rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien. Die Huthi-Rebellen hatten den von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gestürzt und im September 2014 die Hauptstadt Sanaa erobert.

Seit der Intervention der von Riad angeführten Koalition im März 2015 wurden rund 10.000 Menschen getötet. Mit einer Massenkundgebung in Sanaa wollen die schiitischen Huthis am Montag an den Kriegsbeginn vor drei Jahren erinnern.

vet/AFP/Reuters/AP

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