Trotz Exportstopp Rheinmetall liefert offenbar weiter Munition nach Saudi-Arabien

Trotz des von der Bundesregierung verhängten Stopps im Fall Khashoggi gehen die Rüstungsexporte der Firma Rheinmetall nach Saudi-Arabien offenbar weiter. Der Konzern soll dafür eine Tochterfirma nutzen.

Unternehmenssitz in Düsseldorf
DPA

Unternehmenssitz in Düsseldorf


Der Waffenhersteller Rheinmetall liefert Medienberichten zufolge auch nach dem von der Bundesregierung verhängten Exportstopps Munition nach Saudi-Arabien. Dabei bediene sich der Düsseldorfer Konzern seiner Tochterfirmen in Italien und Südafrika, berichten der "Stern" und "Report München".

Rheinmetall-Vorstand Helmut Merch habe auf einer Telefonkonferenz mit Bankanalysten gesagt, diese Lieferungen seien nicht betroffen von dem Ausfuhrverbot, das die Bundesregierung nach der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi verhängt hatte. Er habe den Wert der jährlichen Munitionslieferungen auf über 100 Millionen Euro beziffert. Rheinmetall hat bisher keine Stellungnahme abgegeben.

Die Bundesregierung hat keinen Einfluss auf die Exporte von ausländischen Tochterunternehmen deutscher Rüstungskonzerne. "Lieferungen aus anderen Staaten unterliegen den jeweiligen nationalen Genehmigungsverfahren dieser Staaten, unabhängig davon, ob es sich dabei um deutsche Tochterunternehmen handelt", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz vergangene Woche.

Die Lage ist anders, wenn deutsche Rüstungskonzerne Technologie, Blaupausen oder Bauteile ins Ausland exportieren wollen. Hier greifen die deutschen Rüstungsexportrichtlinien.

cop/AFP/Reuters



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