Todesurteile in Saudi-Arabien: Sieben junge Männer hingerichtet
Protesten von Menschenrechtlern zum Trotz: Sieben junge Männer sind in Saudi-Arabien hingerichtet worden, sie wurden von einem Erschießungskommando exekutiert. Sie sollen als Minderjährige bewaffnete Raubüberfälle begangen haben.
Riad - Sieben junge Männer sind am Mittwoch in Saudi-Arabien hingerichtet worden, die als Minderjährige mehrere bewaffnete Raubüberfälle begangen haben sollen. Die Todesstrafe sei in der Stadt Abha vollstreckt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA.
Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Männer seien auf einem öffentlichen Platz erschossen worden, auf dem saudi-arabische Bürger und Ausländer versammelt gewesen seien.
Die Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren waren für bewaffnete Raubüberfälle und Einbrüche in Schmuckgeschäfte verurteilt worden, die sie nach Überzeugung des Gerichts im Jahr 2005 und 2006 begangen hatten. Damals waren einige noch minderjährig.
Mehrere Menschenrechtsorganisationen hatten gefordert, die Todesstrafen nicht zu vollstrecken. Die jungen Männer seien vermutlich mit Folter zu Geständnissen gezwungen worden, erklärte Amnesty International. Der Prozess gegen sie sei unfair gewesen. Human Rights Watch erklärte, es sei "höchste Zeit, dass Saudi-Arabien aufhört, Leute hinzurichten, die als Minderjährige Straftaten begangen haben".
Auch drei Menschenrechtsexperten der Uno hatten am Dienstag in Riad versucht, ein Aussetzen der Todesstrafe zu erreichen. Sie kritisierten, der Prozess gegen die sieben Männer habe gegen internationale Rechtsnormen verstoßen.
Die Hinrichtung war am 5. März nach einer Welle von Protesten zunächst kurzfristig abgesagt worden. Doch schließlich setzte sich der Richter durch. Er ordnete außerdem an, dass die Leiche eines der Männer gekreuzigt wird.
Ein weiterer Mann wurde am Mittwoch nach Ministeriumsangaben wegen Mordes im Westen des Landes mit dem Schwert enthauptet. Im islamischen Königreich wurden damit seit Jahresbeginn insgesamt 24 Menschen hingerichtet.
In Saudi-Arabien steht unter anderem auf bewaffneten Raub, Vergewaltigung und Mord die Todesstrafe. Das Land wendet eine strenge Auslegung des islamischen Rechts der Scharia an. Üblicherweise werden zum Tode Verurteilte geköpft. Wegen eines Mangels an Henkern, die sich mit dem Köpfen per Säbel auskennen, werden inzwischen aber auch Erschießungskommandos eingesetzt.
heb/AFP/dpa/AP
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Hauptstadt: Riad
Staats- und Regierungschef: König Abdullah Bin Abd al-Asis
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