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Jemen: Iran wirft Saudi-Arabien Beschuss seiner Botschaft vor

Ein Huthi-Anhänger vor der iranischen Botschaft im Jemen: Tritt auf das Banner mit der saudischen Königsfamilie Zur Großansicht
DPA

Ein Huthi-Anhänger vor der iranischen Botschaft im Jemen: Tritt auf das Banner mit der saudischen Königsfamilie

Saudische Kampfflugzeuge sollen laut einem Bericht aus Teheran die iranische Botschaft im Jemen angegriffen haben - doch das angeblich beschädigte Gebäude ist äußerlich unversehrt.

Ein Sprecher der Regierung in Teheran hat der saudi-arabischen Luftwaffe vorgeworfen, die iranische Botschaft im Jemen mit Raketen angegriffen zu haben. Die Botschaft in Sanaa sei absichtlich bombardiert worden.

Mitarbeiter der Nachrichtenagenturen AP und dpa melden hingegen, äußerlich weise das Gebäude der iranischen Vertretung keine Schäden auf. Die Botschaft sei in "gutem Zustand", sagte eine dpa-Mitarbeiterin.

Außenamtssprecher Hussein Dschaber Ansari hatte zuvor mitgeteilt, mehrere Botschaftsmitarbeiter seien verletzt worden, Teile der Botschaft seien beschädigt. Das sunnitisch geprägte Saudi-Arabien habe mit dem angeblichen Angriff "gegen alle internationalen Konventionen zum Schutz diplomatischer Einrichtungen verstoßen", hieß es. Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz, die im Jemen gegen schiitische Huthi-Rebellen kämpft, teilte mit, man überprüfe die Vorwürfe.

Nahezu zeitgleich erließ Iran ein Einfuhrverbot für sämtliche Produkte aus Saudi-Arabien. Überdies bestätigte die Regierung des schiitisch geprägten Landes auf ihrer Webseite ein Verbot für Pilgerreisen nach Mekka für unbefristete Zeit.

Aus Protest gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr Baqir al-Nimr sowie 46 weiterer Menschen war am Wochenende bereits die saudi-arabische Botschaft in Teheran angegriffen und angezündet worden. Daraufhin reagierte Riad mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Iran.

Wegen der Konkurrenz der verschiedenen muslimischen Strömungen waren die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Iran bereits seit Längerem angespannt. Im Jemen führt Riad in einer Koalition mit anderen sunnitischen Staaten Krieg gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen.

Der Krieg im Jemen gilt als Stellvertreterkonflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran. Im schiitischen Osten Saudi-Arabiens, in Nimrs Heimatregion Katif, demonstrieren derweil Nacht für Nacht Tausende Menschen gegen das sunnitische Königshaus.

Anmerkung: In einer früheren Version dieser Nachricht war lediglich vom Vorwurf der iranischen Regierung die Rede. Die Meldung wurde nachträglich um die Information ergänzt, dass die Botschaftsgebäude unversehrt sind, der Vorspann wurde angepasst.

apr/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Saudi Arabien setzt auf Konfrontation
m.gu 07.01.2016
Der Bombenangriff auf die iranische Botschaft ist nur ein Kriegsverbrechen von unzähligen seitens Saudi Arabien. Allein im Jemen wurden bereits bei dutzenden Bombenangriffen auf Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen tausende Zivilisten getötet. Andersdenkende und Andersgläubige wurden allein in Saudi Arabien zu hunderten gefoltert, verstümmelt und getötet. Eine Schande für die Weltgemeinschaft, dass man die Kriegsverbrecher gewähren lässt.
2. Verstoß gegen internationales recht!!
hinterfragen? 07.01.2016
Provozieren und sich dann wundern dass die Botschaft angezündet wird von einem wütenden Mob im Iran und daraufhin die Beziehungen zu Iran abzubrechen obwohl die Sicherheitskräfte schlimmeres verhindert haben ist eine Sache aber eine Botschaften absichtlich zu bombardieren eine andere!! hoffentlich gibt es noch Länder mit Rückrat und brechen jetzt jegliche Beziehungen zu den saudis ab!!
3. Die Saudis- unsere Freunde?
niktim 07.01.2016
Was nun Deutsche Regierung und Medien? Weiter mit dem raktionärsten Staat der Erde zusammen zu arbeiten und Waffen zu liefern und die leberalsten Staaten wie Syrien vernichten. Die Frage wird wie beantwortet werden.
4. 2 schlimme Regime
Faceoff 07.01.2016
Zitat von hinterfragen?Provozieren und sich dann wundern dass die Botschaft angezündet wird von einem wütenden Mob im Iran und daraufhin die Beziehungen zu Iran abzubrechen obwohl die Sicherheitskräfte schlimmeres verhindert haben ist eine Sache aber eine Botschaften absichtlich zu bombardieren eine andere!! hoffentlich gibt es noch Länder mit Rückrat und brechen jetzt jegliche Beziehungen zu den saudis ab!!
1.) Die Saudis haben u. a. einen schiitischen, aber saudi-arabischen Staatsbürger hingerichtet. Dass sich der Iran (der bedeutend mehr Menschen hinrichtet, als Saudi-Arabien) davon provoziert fühlt, ist zu allererst ein Problem der Iraner. Als Gegner der Todesstrafe finde ich es zwar empörend, wie die Saudis mit ihren Staatsbürgern umgehen, aber das iranische Gottes-Regime ist in dieser Hinsicht nicht besser als die Saudis, sondern noch viel schlimmer. 2.) Sie scheinen geneigt, den iranischen Darstellungen ohne jede Bestätigung von anderer Seite uneingeschränkten Glauben zu schenken. Ich denke nicht, dass dies einer auch nur halbwegs objektiven Betrachtung dienlich ist.
5. Ohne Zweifel eine schlimme Diktatur, aber...
jowitt 07.01.2016
... gleich eine solche Meldung aus dem Iran, welches auch eine Diktatur ist, für bare Münze zu nehmen, wie hier die beiden ersten Kommentare, wird der Sache auch nicht gerecht. Und: @ hinterfragen? : Auch wenn man sich provoziert fühlt, rechtfertigt das noch lange keine Brandschatzung Im Übrigen werden im Iran leider noch viel mehr Menschen hingerichtet als in Saudi Arabien. Beides sind m.E. zu stark religiös geführte Gesellschaften. Immer dann, wenn eine Religion zu viel Einfluss auf die Macht nimmt, leidet die Freiheit. Das ist in Russland nicht anders als in Alabama oder eben in Saudi-Arabien. Oder zum Beispiel auch in Teilen von Indien.
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