Anschlagswarnung der USA Al-Qaidas neuer Terror-Manager

Qaida-Chef Sawahiri hat Berichten zufolge den Anführer des Terrornetzwerks im Jemen zur Nummer zwei bestimmt. Nasser al-Wuhaischi soll nun für die Planung neuer Anschläge gegen den Westen zuständig sein. Seine Ernennung könnte ein Grund für die US-Terrorwarnungen sein.

Jemenit Nasser al-Wuhaischi: Al-Qaidas neue Nummer zwei?
DPA/ IntelCenter

Jemenit Nasser al-Wuhaischi: Al-Qaidas neue Nummer zwei?


Aiman al-Sawahiri ist von Anfang an dabei. Den allerersten Anschlag des Terrornetzwerks al-Qaida soll er mit geplant haben: Vor fast genau 15 Jahren, am 7. August 1998, explodierten gleichzeitig zwei mit Sprengstoff beladene Lastwagen vor den US-Botschaften in Daressalam und Nairobi. Mehr als 200 Menschen starben, Tausende wurden verletzt, darunter wenige US-Staatsbürger.

Der 62-jährige Mediziner Sawahiri folgt im Schatten des jüngeren, theologisch weniger versierten aber reicheren und charismatischeren Osama Bin Laden. Wie er landet er auf der "Most wanted"-Terroristenliste des FBI. Auf seinen Kopf sind 25 Millionen Dollar ausgesetzt, so viel wie auf keinen anderen der Top Ten. Nach Bin Ladens Tod hat Sawahiri offiziell die Führung al-Qaidas übernommen.

Qaida-Ableger entwickeln sich rasant

Auch wenn die letzten Qaida-Anschläge im Westen schon lange zurückliegen - schwach ist das Terrornetzwerk unter der neuen Führung nicht. Im Gegenteil. Die regionalen Ableger sind es, die an Boden gewinnen:

  • AQI: Al-Qaida im Irak profitiert vom Bürgerkrieg in Syrien, wo es Waffen aus Assad-Stützpunkten erbeuten konnte. Auch werden durch den Krieg neue Mitglieder rekrutiert. AQI breitet sich in Syrien und im Irak rasant aus. Am 23. Juli konnte AQI mehr als 500 Qaida-Mitglieder aus zwei Hochsicherheitsgefängnissen im Irak befreien. Noch konzentriert sich die Gruppe auf regionale Ziele, keine westlichen.

  • AQIM: Al-Qaida in Nordafrika konnte von den Waffen aus den Gaddafi-Arsenalen profitieren. So konnte sich die Gruppe in Mali ausbreiten, bis eine französische Intervention sie zurückdrängte. AQIM soll am Anschlag auf das US-Konsulat in Bengasi 2012 beteiligt gewesen sein. Eine seiner Untergruppen führte die Geiselnahme in Ain Amenas in Algerien 2013 durch.

Aufstieg zum globalen Terror-Planer

Doch auch wenn die Ableger des Terrornetzwerks weiter aktiv sind, plagt den Ägypter Sawahiri ein ähnliches Problem wie einst Bin Laden: Seit dem US-geführten Krieg in Afghanistan - seit zwölf Jahren - lebt er im Versteck, untergetaucht an einem unbekannten Ort, nur mühsam für seine Anhänger erreichbar. Ein globales Terrornetzwerk lässt sich so nur schwer führen.

Deshalb hat Sawahiri Berichten zufolge eine neue Nummer zwei gewählt - den Chef von al-Qaida im Jemen, Nasser al-Wuhaischi. Wie der US-Analyst Seth Jones vom sicherheitspolitischen Think-Tank "Rand" und von der "New York Times" zitierte amerikanische Sicherheitsbeamte berichten, steigt der Jemenit damit zum neuen globalen Terror-Planer auf.

Der nur etwa 1,50 Meter große Wuhaischi, Osama Bin Ladens ehemaliger persönlicher Assistent, soll die Nachfolge von Abu Jahja al-Libi antreten, der 2012 in Pakistan von einer Drohne getötet wurde.

Bin Laden persönlich soll den Jemeniten für Führungsaufgaben ausgebildet haben. 2001 flüchtete er an seiner Seite aus dem afghanischen Tora Bora. Kurz später wurde Wuhaischi verhaftet und nach Jemen ausgeliefert, doch 2006 konnte er dort aus dem Hochsicherheitsgefängnis fliehen.

Qaida-Personalie könnte erhöhtes Terrorrisiko bedeuten

Diese neue Qaida-Personalie könnte hinter den aktuellen Terrorwarnungen der USA stecken. In einem ungewöhnlich drastischen Schritt hat Washington mehrere seiner Botschaften im Nahen Osten und in Afrika in dieser Woche geschlossen und öffentlich vor Qaida-Anschlägen gewarnt. US-Bürger wurden aufgefordert, den Jemen zu verlassen.

Ob ein erhöhtes Terrorrisiko besteht, ist unklar. Möglicherweise will Washington durch die Veröffentlichungen al-Qaida von einem Anschlag abhalten. Andere Beobachter spekulieren, dass die lauten Warnungen vom NSA-Überwachungsskandal ablenken sollen.

Sollte tatsächlich vom Jemen aus ein größerer Anschlag geplant werden, könnte dies damit zu tun haben, dass Nasser al-Wuhaischi als neuer globaler Terror-Planer legitimiert werden soll. Als von Sawahiri ernannter Manager ist der Jemenit Wuhaischi nun der zweitwichtigste Mann al-Qaidas.

Ein großer Anschlag wäre aus seiner und Sawahiris Perspektive ein wichtiges Signal zum Amtsantritt.

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insgesamt 40 Beiträge
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ph1955 06.08.2013
1. neue terrormeldungen von al-quaida
Das sich von Seiten der Al-quaida etwas tut, war zweifelsfrei zu erwarten. Nur das Timing an den neuen Informationen ist etwas merkwürdig. Veröffentlichungen werden genau in jenem Moment gemacht, da der westliche Sicherheitsapperat in die Kritik geraten ist. Es liegt mir fern, die Sicherheitswar-nungen nicht ernst zu nehmen oder die Al-Quaida als Hirngespinst abzutun. Doch manchmal bekommt man den Eindruck nicht los, daß da auch ein wenig Image-rettung mit im Spiel ist. Mit freundlichem Gruß pmh
MeineMeinungist... 06.08.2013
2. Und warum müssen für diesen Verdacht
in Deutschland sämtliche Kommunikationskanäle und mehr überwacht und aufgezeichnet werden? Ich dachte, dass einem Gespräch (außer Selbstgespräch) immer mindestens 2 Leute miteinander verbunden sein müssen. Dann sollen die doch im Jemen abhören. Die sind doch nicht mehr bei Trost diese Geheimdienstler! Ich werde zukünftig unter meinen Kommentaren englische Wörter unterbringen, nach diese Gesetzesbrecher suchen. Ich bin stinksauer wenn ich darüber nachdenke, dass ich meine Meinung nicht mehr frei äußern darf, um nicht ins Raster der NSA zu geraten und fühle mich echt unwohl dabei. Aber unsere Murksel macht ja nichts. hbommy hbommy
alline 06.08.2013
3. Die Gefahr hat doch nie abgenommen?
Wieso ist sie denn z.Z. so gross? Was ich auch nicht verstehe ist das z.B. Handys geortet werden können und warum war und ist es nicht möglich diese Typen zu kriegen? Alles sehr merkwürdig! Sollte es am Ende mit dieser Abhöraffaire zusammenhängen damit die Menschen dieser Welt diese gaaanz schnell vergessen sollen?
Mensch Meier 06.08.2013
4. Eines ist sicher
Die westlichen Geheimdienste, welche sich mittlerweile wie ein Krebsgeschwür verselbstständigt haben - brauchen z.Z. einen Terroranschlag dringender den je. Einen Anschlag der die kritische Bevölkerung wieder auf Angstkurs bringt. Dieser Anschlag wird kommen und zwar vorzugsweise da, wo die Kritik am größten ist: z.B. in Deutschland. Es wäre nicht das erste Mal, dass deutsche Behörden NACHWEISLICH einen Bombenanschlang unter falscher Flagge inszenieren um die Notwendigkeit ihres Überwachungsapparates zu unterstreichen. Siehe z.B.: "Celler Loch" 1978
swpi 06.08.2013
5. NSA legitimieren
Diese neuen terrorwarnungen sind doch nur dazu da um das tun und machen der NSA zu legitimieren. Jetzt noch ein oder 2 Anschläge durch die CIA organisieren und schon ist die negative Meinung der NSA wieder gerade gebogen. Mindestens 50 % der vereitelten Anschläge gehen doch eh aufs Konto der CIA zb der in Frankreich. Wahrscheinlich auch beim Marathon in Boston. Wir werden nur verarscht. Oder würden die Amis sonst den gleichen Fehler wie in Afghanistan nochmals in Syrien machen. Mensch Leute wacht auf. Das mit dem Terror ist nur ein Vorwand um mit der NSA den geldfluss und die Marktentwicklung zu analysieren. Damit kann man viel Geld an der Börse machen. Und zusätzlich noch Geheimnisse der Industrie auszuspionieren um die Ami Wirtschaft zu sanieren. Die sind nur macht und geldgierig. Wahrscheinlich trinkt unser Herr Obama mit dem führer der al qaida hin und wieder nen Tee und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter wie gut ihr plan doch funktioniert.
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