Überfall auf Soldaten Schabab-Miliz attackiert Truppen in Somalia

Bei einem Angriff der Terrormiliz al-Schabab im Süden Somalias hat es offenbar mehrere Tote gegeben. Die Islamisten wollen Dutzende Soldaten getötet haben, doch daran gibt es Zweifel.

Amisom-Patrouille in Somalia (Archivbild): Immer wieder Ziel der Al-Schabab
AFP

Amisom-Patrouille in Somalia (Archivbild): Immer wieder Ziel der Al-Schabab


Nach einer Attacke am Donnerstag haben islamistische Schabab-Milizionäre am Morgen erneut in Somalia zugeschlagen: Bei einem Angriff auf die Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) im Süden des Landes hat es offenbar Tote und Verletzte gegeben.

Ein ranghoher somalischer Kommandeur in dem Gebiet nahe der kenianischen Grenze, Aden Ahmed Hersi, sprach am Freitag zunächst von 15 toten kenianischen Soldaten. Im Rahmen der AU-Mission Amisom sind rund 3600 kenianische Soldaten im Süden des Landes stationiert. Ein Kommandeur der Friedenstruppen in Mogadischu sagte, es sei noch unklar, wie viele Opfer es gebe.

Die Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff und behauptete, man habe Dutzende kenianische Soldaten getötet. Die AU-Truppen in El-Ade seien gezielt angegriffen worden. Kenias Verteidigungsministerium dementierte, dass die Angreifer direkt kenianische AU-Truppen attackiert hätten. Es seien somalische Truppen in der Nähe beschossen worden, kenianische Soldaten seien den Somaliern zu Hilfe gekommen. Die Kämpfe dauerten an, die Opferzahl auf beiden Seiten sei noch unklar.

Bereits am Donnerstag waren bei einer Attacke auf AU-Truppen am Flughafen von Elbur elf Menschen ums Leben gekommen. Acht von ihnen sollen Angreifer gewesen sein, außerdem wurden zwei Soldaten und ein Zivilist getötet.

Al-Schabab (die Jugend) kämpft in Somalia für die Errichtung eines Gottesstaats am Horn von Afrika. Die Afrikanische Union ist unter dem Amisom-Mandat seit 2006 in Somalia präsent. 22.000 Soldaten unter anderem aus Kenia und Äthiopien konnten gemeinsam mit somalischen Kräften die Hauptstadt Mogadischu und viele Orte von den Islamisten zurückerobern. Die Miliz kontrolliert allerdings größere ländliche Gebiete und greift punktuell immer wieder somalische und AU-Truppen an.

Wegen der Beteiligung Kenias am Anti-Terror-Einsatz haben Schabab-Terroristen auch wiederholt in Kenia zugeschlagen. Ihr größtes Attentat war bislang der Überfall auf die Universität von Garissa im Nordosten Kenias mit fast 150 Toten im Frühjahr 2015. Im September 2013 überfielen Schabab-Terroristen das Westgate-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dabei kamen mindestens 67 Menschen ums Leben.

Nicht nur durch AU-Truppen ist Al-Schabab in Somalia unter Druck. Analysten berichten, die Gruppe schlage sich mit Richtungsstreitigkeiten herum. Eigentlich hat Schabab dem Terrornetzwerk al-Qaida die treue geschworen. Vermehrt melden einzelne Verbände der Gruppierung jedoch, man fühle sich dem Terroristennetzwerk "Islamischer Staat" zugehörig. Überläufer werden diesen Berichten zufolge von der Quaida-treuen Schabab-Führung hart sanktioniert und mitunter hingerichtet.

cht/Reuters/dpa/AFP

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