Kubanische Waffen auf Nordkorea-Frachter: Panama schaltet die Uno ein

Verdächtiger Waffenfund: Kuba - Panama - Nordkorea Fotos
REUTERS

Kriegsgerät aus Kuba versteckt in Zucker an Bord eines Schiffes aus Nordkorea: Panama will den gestoppten Frachter "Chong Chon Gang" an die Uno übergeben, um einen möglichen Verstoß gegen das geltende Waffenembargo zu klären.

Panama-Stadt - Warum hatte der nordkoreanische Frachter "Chong Chon Gang" Waffen an Bord? Panama schaltet jetzt die Uno ein. Das Schiff mitsamt seiner Aufsehen erregenden Ladung soll an die Vereinten Nationen übergeben werden.

Sicherheitsminister Jose Raul Mulino sagte am Mittwoch, davon erhoffe sich sein Land Klarheit über mögliche Verstöße gegen Sanktionen, die gegen Nordkorea wegen seines Atomprogramms bestehen.

Behörden hatten den Frachter an der Einfahrt zum Panamakanal gestoppt, weil sie einen Drogentransport vermuteten. Das Schiff kam aus Kuba. Panamaischen Angaben zufolge waren die Waffen in Zucker-Containern versteckt: Zerlegte Raketen, Kampfflugzeuge und Flugabwehr. Der Kapitän soll nach ihrer Entdeckung einen Selbstmordversuch unternommen haben.

Am Mittwochabend meldete Panama den Fund weiterer Container. Es gehe um "zwei weitere Container im selben Schiffsraum", twitterte Minister Mulino im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Es blieb zunächst unklar, ob diese Container auch Waffen enthielten.

Kuba hatte zuvor erklärt, die Waffen stammten aus sowjetischer Produktion. Der Frachter habe 240 Tonnen "defensive Waffen" an Bord, darunter zwei komplette Raketen, neun zerlegte Raketen, zwei Mig-21-Kampfflugzeuge und 15 Flugzeugmotoren, erklärte das Außenministerium in Havanna. Alle Waffen stammten aus der "Mitte des 20. Jahrhunderts" und "sollten repariert und zurückgebracht werden".

Die USA reagierten indes vorsichtig. Man wolle "sehr bald" mit Kuba über den Vorfall reden, hieß es am Mittwoch aus Washington.

als/Reuters

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1. Nordkorea-Frachter Krimi in Panama
raber 17.07.2013
Nordkorea-Frachter Krimi in Panama. Wenn es sich nur um Waffen des vorherigen Jahrhunderts handelt, dann ist es denkbar, dass Kuba im Austausch für Reparaturen an diesen Jurassik-Park-Waffen Zucker an Nordkorea liefert. Seitens Panama schon eine diplomatische Lösung die Verantwortung des weiteren Vorgehens an die UNO zu überlassen. Mal sehen was in den noch nicht geöffneten Containern steckt. USA-Kuba wollen demnächst Gespräche über die Exilkubaner führen und da kommt diese Situation sehr ungelegen. Dieser Frachter hat schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich. 2010 von der Ukraine wegen Munition und Drogen an Bord festgehalten und einmal auch von somalischen Piraten entführt.
2. Kuba ist so friedlich und so unschuldig
stellerrand 17.07.2013
Kuba mischt sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder ein. Das glauben nur einige Leute die wohlbehütet im Wohlstand in Deutschland aufgewachsen sind. Fakt ist, dass in diesem Fall Kuba die Souvereinität von Panama verletzt hat. Die Wahre war nicht deklariert und der Panama Kanal darf nicht benutzt werden um Waffen zu transportieren. Kuba wollte nur seine Waffen am anderen Ende der Welt reparieren lassen. So ein Quatsch, als ob die Techniker die dies machen sollten, nicht nach Kuba fliegen könnten. Veralteltes Material, was soll man sich darum aufregen meinen einige. Wiederum Quatsch. Zum Vergleich, die Luftwaffe in der Bundesrepublik hat erst vor 2 Wochen ihre Phantomjäger außer Betrieb gesetzt, letztere sind genauso alt wie die Mig-21. Die Wahrheit ist, dass das Kuna der Castros seit jeher alle Mittel benutzt hat die Revolution zu exportieren, auch militärische. dabei hat sie sich nicht nur auf Lateinamerika beschränkt sondern stellvertreter Kriege in Afrika geführt. Die Tage der Diktatur der Castros in Kuba wären eigentlich nach dem Zerfall der Soviet Union gezählt. Damals hielt die Soviet Union dieses Regime an Leben. An die Stelle von der Soviet Union ist heute Venezuela getreten, welches Kuba reichlich mit Öl beschenkt, welches Kuba dann in Divisen konvertiert um dann Schiffe mit Waffen um die Welt zu schicken um friedlich die Revolution zu exportieren.
3. Kuba ist so friedlich und so unschuldig
stellerrand 17.07.2013
Kuba mischt sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder ein. Das glauben nur einige Leute die wohlbehütet im Wohlstand in Deutschland aufgewachsen sind. Fakt ist, dass in diesem Fall Kuba die Souverenität von Panama verletzt hat. Die Ware war nicht deklariert und der Panama Kanal darf nicht benutzt werden um Waffen zu transportieren. Kuba wollte nur seine Waffen am anderen Ende der Welt reparieren lassen. So ein Quatsch, als ob die Techniker die dies machen sollten, nicht nach Kuba fliegen könnten. Veralteltes Material, was soll man sich darum aufregen meinen einige. Wiederum Quatsch. Zum Vergleich, die Luftwaffe in der Bundesrepublik hat erst vor 2 Wochen ihre Phantomjäger außer Betrieb gesetzt, letztere sind genauso alt wie die Mig-21. Die Wahrheit ist, dass das Kuba der Castros seit jeher alle Mittel benutzt hat die Revolution zu exportieren, auch militärische. dabei hat sie sich nicht nur auf Lateinamerika beschränkt sondern stellvertreter Kriege in Afrika geführt. Die Tage der Diktatur der Castros in Kuba wären eigentlich nach dem Zerfall der Soviet Union gezählt. Damals hielt die Soviet Union dieses Regime am Leben. An die Stelle von der Soviet Union ist heute Venezuela getreten, welches Kuba reichlich mit Öl beschenkt, welches Kuba dann in Divisen konvertiert um dann Schiffe mit Waffen um die Welt zu schicken um friedlich die Revolution zu exportieren.
4. eine seltene Chance...
Afrojüdischer_Sozi-Sinti 17.07.2013
für alle anti-kommunisten auch mal ihren Sinn für Pazifismus zur Schau zu stellen.
5. Glaubhaft
jskor 17.07.2013
Ich halte die Version der kubanischen Regierung, dass die Geräte in Nordkorea repariert werden sollen für sehr glaubhaft. Kuba hat zwar viele Einnahmen durch Tourismus und Zucker usw. aber keine funktionierende Industrie, kaum Ingenieure. Die Koreaner hingegen haben sehr fähige Leute wenn es um die Reparatur aller möglichen Dinge mit sehr begrenzten Ressourcen geht, die bauen zur Not die Ersatzteile selber an Dreh- und Fräsmaschinen nach. Kubas Luftwaffe ist völlig veraltet, und MIG-21 werden sowohl in Kuba als auch in Nordkorea eingesetzt, sodass es ein gewisses Know How dort geben dürfte. Ich würde den Vorfall nicht dramatisieren, es handelt sich letztlich nur um den Austausch von Wissen und Systemen zwischen zwei Ländern, die leider von der Weltgemeinschaft und den USA sehr isoliert darstehen, und kaum eine andere Möglichkeit haben, ihre technologische Entwicklung zu fördern als derartige "verbotene" Dinge. Nachdem ich bereits mehrmals in Kuba und Nordkorea war kann ich nur beteuern, dass nicht alles so ist, wie die meisten denken. ;)
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