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Schmutzkampagnen: Republikaner empört über Attacke gegen Palin

Die Republikaner sind erneut wegen Äußerungen über McCains Vize-Kandidatin Sarah Palin aufgebracht. Deren "größte Qualifikation scheint es zu sein, dass sie keine Abtreibung hatte", lästerte eine Demokraten-Chefin - und entschuldigte sich später für den Ausspruch.

Palin: Im Visier der Demokraten
AFP

Palin: Im Visier der Demokraten

Columbia - Sarah Palin als Zielscheibe der Demokraten: Die Parteichefin in South Carolina, Carol Fowler, lästerte in einem Interview, Palins "größte Qualifikation scheint zu sein, dass sie keine Abtreibung hatte". Die Republikaner reagierten umgehend mit Empörung. Die Bemerkung sei ein Versuch, Arbeit und Leben der Vizekandidatin von John McCain zu diskreditieren, kritisierte Senatorin Lindsey Graham.

Die Demokratin Fowler entschuldigte sich wenig später für ihre Äußerung über Palin. "Ich bewundere und respektiere die schwierige Wahl, die Frauen jeden Tag treffen und ich entschuldige mich bei allen, die meinen Kommentar als Beleidigung empfunden haben", erklärte sie.

Sie habe lediglich sagen wollen, dass manche Wähler in South Carolina ihre Wahlentscheidung aufgrund eines einzigen Themas träfen, sei es der Umweltschutz, die Wirtschaftslage oder Abtreibung.

Ein Sprecher des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama sagte, Fowler spreche nicht für sein Wahlkampfteam. Eine Äußerung Obamas sorgte am Montag bereits für Empörung bei den Republikaner und für Sexismus-Vorwürfe gegen den McCain-Rivalen. Er hatte die Wirtschaftspolitik seines Gegners mit der von Amtsinhaber George W. Bush verglichen und mit einem alten US-Sprichwort gesagt: "Man kann Lippenstift auf ein Schwein malen, und es ist immer noch ein Schwein. Man kann alten Fisch in ein Papier mit dem Namen Wandel einwickeln. Er stinkt auch nach acht Jahren noch."

Die Republikaner warfen Obama wegen der Lippenstift-Äußerung vor, er habe die Vizekandidatin mit einem Schwein verglichen. Obama wies diese Anschuldigung am Mittwoch zurück und sagte, er werde es nicht zulassen, dass die Republikaner wieder eine Wahl mit Hilfe von "Lügen und künstlicher Entrüstung" für sich entschieden.

Palin hatte bei ihrer Antrittsrede auf dem Parteitag der Republikaner vor einer Woche gewitzelt, der einzige Unterschied zwischen den "Hockey Moms" - ein Synonym für bürgerliche Mütter in Alaska - und Pitbulls sei der Lippenstift. McCains Wahlkampfteam warf Obama nach der "Lippenstift"-Bemerkung eine Schmierenkampagne vor und verlangte eine Entschuldigung gegenüber Palin.

als/AP

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