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Schröder bei Holocaust-Konferenz: "Keinen Schlussstrich unter NS-Geschichte ziehen"

Die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Hasspropaganda und Gewaltverherrlichung zu verbessern ist eines der Ziele der Stockholmer Konferenz. Die Auseinandersetzung mit Neonazismus und Rassismus müsse verstärkt werden, so Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Eröffnungsrede.

Israels Ministerpräsident Ehud Barak und sein schwedischer Amtskollege Göran Persson auf der Stockholmer Konferenz
DPA

Israels Ministerpräsident Ehud Barak und sein schwedischer Amtskollege Göran Persson auf der Stockholmer Konferenz

Stockholm - "Einen Schlussstrich unter die deutsche Geschichte kann niemand ziehen, und die überwältigende Mehrheit der Deutschen will das auch nicht", so Schröder bei der Eröffnung des Forums. Zusammen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Goran Persson und Israels Ministerpräsidenten Ehud Barak hat er den Vorsitz der dreitägigen Konferenz.

Mit der Versammlung wollen die Delegierten die Erinnerung an den Holocaust wachhalten. Forschung und Aufklärung über den Judenmord sollen ebenso besser koordiniert werden wie die internationale Zusammenarbeit beim Vorgehen gegen neonazistische Gruppen. Schweden hatte die Konferenz im Rahmen eines Bildungsprogrammes einberufen, nachdem Umfragen ergeben hatten, dass ein Zehntel der Schüler des Landes nichts vom Holocaust wusste.

Nötig sei eine Erziehung zu Menschlichkeit und Zivilcourage, sagte Schröder. Niemand wolle die heutige Jugend in Haftung nehmen für Taten, die sie nicht zu verantworten habe. Dafür brauchten die jungen Menschen Beispiele, wie man dem Unrecht widerstehen könne. "Denn gerade die Vorbilder des Widerstands gegen Terror und Unrecht können Leitbilder für die heutige Jugend sein".

Persson wies zur Eröffnung des Forums darauf hin, dass die antidemokratischen Kräfte wachsen. "Die Gefahr liegt darin, dass wir nicht aus der Geschichte gelernt haben, dass wir die Verbindung nicht sehen", sagte er. Was damals geschehen sei, könne sich wiederholen, warnte er.

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