Schröder: "Wir weinen um die Kinder"

Der Terroranschlag von Haifa hat den Beginn der Nahost-Reise von Gerhard Schröder überschattet.

Kairo - "Der Auftakt meiner Reise zu Freunden (...) steht leider unter einem sehr, sehr traurigen Stern", sagte Schröder nach seiner Ankunft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. "Gleichgültig wo wir politisch stehen, wir weinen um die Kinder und fühlen mit den Müttern und Vätern dieser Kinder, wie mit allen Angehörigen der Opfer."

Eine palästinensische Selbstmordattentäterin hatte sich am Samstag in einem Restaurant in der nordisraelischen Hafenstadt Haifa in die Luft gesprengt und 19 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter zwei Babys und zwei Kinder.

Der Nahostkonflikt wird heute zu den Hauptthemen eines Gesprächs Schröders mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zählen. Daneben soll es um die Irak-Frage und die wirtschaftlichen Beziehungen gehen. Schröder lobte das Engagement Mubaraks für Frieden im Nahen Osten. Der ägyptische Präsident habe immer versucht, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Er hoffe, dass Mubarak diese für den Weltfrieden so bedeutende Arbeit fortsetzen werde, sagte der Kanzler.

Schröder und Mubarak eröffneten am Sonntag auch die erste deutsche Universität im Ausland eröffnen. Die technische Hochschule mit zunächst 1000 Studenten gilt als Prestigeprojekt für den deutschen Bildungsexport. Fünf Studiengänge sind im Angebot: Medientechnologie, Informationstechnik, Materialwissenschaften, Biotechnologie/Pharmazie und Management. Die Vorlesungen und Seminare werden vorwiegend in englischer Sprache gehalten. In den kommenden fünf Jahren soll die Zahl der Studenten auf 5000 wachsen.

Die Hochschule wurde nach ägyptischem Recht gegründet, das Startkapital kam von einheimischen Investoren. Das Bildungsministerium förderte die deutschen Partneruniversitäten Ulm und Stuttgart mit 613.000 Euro. Der Lehrbetrieb soll über Studiengebühren finanziert werden, die pro Jahr bis zu 8700 Euro betragen sollen.

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  • Sonntag, 05.10.2003 – 12:28 Uhr
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