Krieg im Jemen Uno fordert Untersuchung des Schulbus-Angriffs

Zahlreiche Kinder und Jugendliche wurden beim Angriff auf einen Schulbus im Jemen getötet. Die Uno verurteilt die Attacke und fordert die Konfliktparteien auf, sich an humanitäres Recht zu halten.

Verwundetes Kind nach dem Schulbus-Angriff
STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Verwundetes Kind nach dem Schulbus-Angriff


Uno-Generalsekretär António Guterres hat den Luftangriff auf einen Schulbus mit mindestens 50 Toten im Jemen verurteilt. Guterres verlangte eine unabhängige und schnelle Untersuchung des Angriffs des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses. Alle Parteien im Jemen-Konflikt müssten dafür sorgen, dass Zivilisten und zivile Objekte aus militärischen Handlungen herausgehalten werden, erklärte ein Sprecher der Vereinten Nationen.

Die USA zeigten sich "sehr besorgt über die Informationen" über den Angriff, wie eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington erklärte. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition müsse eine "gründliche und transparente Untersuchung" des Angriffs vornehmen.

Bei dem Luftangriff auf den Schulbus waren nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 50 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Teenager. Weitere 77 Menschen seien verletzt worden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Jussef al-Hadri, der Deutschen Presse-Agentur. Das Ministerium, das von schiitischen Huthi-Rebellen geführt wird, macht ebenso wie Iran das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis für den Angriff nördlich der Hauptstadt Sanaa verantwortlich.

Ungefähre Frontverläufe im Jemen (Stand: Juni 2018)
SPIEGEL ONLINE

Ungefähre Frontverläufe im Jemen (Stand: Juni 2018)

Das Bündnis hat die Lufthoheit über dem Bürgerkriegsland. Es räumte ein, in der Region Angriffe geflogen zu haben und sprach von einer Vergeltungsaktion gegen örtliche Huthi-Rebellen. Die Angriffe des Bündnisses stünden dabei im Einklang mit internationalem und humanitärem Recht.

Seit mehr als drei Jahren bombardiert es Stellungen der Huthi-Rebellen als Verbündeter der international anerkannten Regierung des Jemens und tötete dabei Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten. Seit der Eskalation des Konflikts 2015 sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen getötet worden, darunter Tausende Zivilisten. Der Angriff am Donnerstag ist einer der schwersten auf unbeteiligte Menschen in dem Bürgerkrieg.

aar/dpa/AFP



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