US-Schuldenkrise: Obama legt Kompromiss-Etat vor

Obama: Steuersatz auf mindestens 30 Prozent für Reiche erhöhen Zur Großansicht
AFP

Obama: Steuersatz auf mindestens 30 Prozent für Reiche erhöhen

US-Präsident Barack Obama hat im Finanzstreit neue Kompromiss-Vorschläge für einen Haushalt vorgelegt. Diese sehen Einschnitte im Sozialbereich vor, aber auch nach wie vor höhere Reichen-Abgaben. Diese lehnen die Republikaner ab.

Washington - US-Präsident Barack Obama will die immense Staatsverschuldung seines Landes mit einem Maßnahmenpaket absenken. Seine Vorschläge beinhalten Kürzungen bei den Sozialleistungen und Steuererhöhungen für Reiche.

Obamas Pläne sähen unter anderem eine Erhöhung des Steuersatzes auf mindestens 30 Prozent für Bezieher von Einkommen von mehr als einer Million Dollar pro Jahr vor, sagte Regierungsvertreter in Washington am Mittwoch. Im Gegenzug sollen die Staatsausgaben gesenkt werden, indem der Rotstift bei Sozialleistungen und anderen Programmen angesetzt wird. Obamas Haushaltsvorschläge für das am 1. Oktober beginnende Fiskaljahr als Vorlage für einen Kompromiss des Kongresses im erbitterten Etatstreit dienen.

Das gesamte Paket würde den Angaben zufolge das Defizit bis 2016 auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. Die überparteiliche Haushaltsbehörde des Kongresses hatte im Februar für dieses Jahr ein Defizit von 5,3 Prozent prognostiziert.

Ziel der Vorschläge ist es auch, die automatischen Haushaltskürzungen zurücknehmen, die quer durch sämtliche Einzeletats im März in Kraft getreten waren. Diese werden als potenzielle Konjunkturbremse angesehen.

Obamas Vorschläge haben aber kaum eine Chance durchzukommen. Zum einen liegt die Entscheidungshoheit in Budgetfragen beim Kongress. Zum anderen stoßen die Pläne des Präsidenten bei beiden Parteien auf Widerstand.

Die Republikaner, die das Repräsentantenhaus kontrollieren, lehnen Steuererhöhungen ab. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, lehnte den Plan schon vor der Vorlage ab. Diese seien "kein Weg, das Land nach vorne zu bringen". Die Kürzungen gehen den Republikanern nicht weit genug. Obamas Demokraten, die im Senat die Mehrheit haben, wollen Einschnitte bei Sozialleistungen und der staatlichen Krankenversicherung für Rentner vermeiden.

Die US-Regierung hofft allerdings, dass die Vorschläge nach mehreren gescheiterten Vermittlungsversuchen wenigstens eine Grundlage für einen Kompromiss liefern könnten. Im Kongress blockieren sich beide Seiten seit mehr als zwei Jahren gegenseitig bei der Frage, wie das Defizit in den Griff zu kriegen ist.

heb/Reuters/AFP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Querdenker sagt:
spon-facebook-10000120661 10.04.2013
lachhaft deren retterei, aber uns Vorschriften machen wollen.
2.
muellerthomas 10.04.2013
Was soll die Überschrift mit der angeblichen Schuldenkrise? Die US-Staatsschuldenquote erreicht auch ohne weitere Maßnahmen in diesem Jahr den Höchststand und sinkt in den kommeden Jahren. Zudem erhält die US-Regierung problemlos Geld zu sehr günstigen Konditionen (unter 2% für 10 Jahre). Wo ist da die Krise?
3. Das Wort
sfk15021958 10.04.2013
beschreibt die Situation nur teilweise - gleichzeitig wachsen die Schulden ins Unendliche. Oh weh, wenn eines Tages die Schuldzinsen mal wieder steigen!?!?
4.
muellerthomas 10.04.2013
Zitat von sfk15021958beschreibt die Situation nur teilweise - gleichzeitig wachsen die Schulden ins Unendliche.
Nein, tun sie nicht. Die Schuldenquote erreicht in diesem Jahr den Höchststand. Die private Schuldenquote in den USA sinkt ohnehin seit 2009. ---Zitat--- Oh weh, wenn eines Tages die Schuldzinsen mal wieder steigen!?!? ---Zitatende--- Die Zinsen werden steigen, wenn das Wachstum kräftiger und die Arbeitslosigkeit niedriger ist. In einer solchen Situation sind aber auch die Steuereinnahmen höher und die Ausgaben niedriger.
5. sollte man mit einem
hansjoki 10.04.2013
nämlich einem der wenigen, der mit einer spürbaren Wahrhaftigkeit agiert (und gegen "quitschende" Blödheit der Opposition ankämpfen muss) nicht etwas fairer umgehen ? (ich wünschte mir, wir hätten in dieser Bananenre-publik solche Verteter !)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Öffentliche Schulden der USA
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 9 Kommentare