Schusswechsel: Zwei deutsche Nato-Soldaten im Kosovo verletzt

Im Nordkosovo ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen der internationalen Schutztruppe Kfor und Serben gekommen. Zwei deutsche Nato-Soldaten wurden angeschossen, als sie eine Straßensperre zu räumen begannen.

Bundeswehrsoldat im Kosovo: Einsatz gegen Straßensperren Zur Großansicht
REUTERS

Bundeswehrsoldat im Kosovo: Einsatz gegen Straßensperren

Pristina - Seit gut einem Jahr liefern sich Nato-Soldaten und Serben immer wieder Auseinandersetzungen um eine illegale Straßensperre im Norden des Kosovo. An diesem Freitag eskalierte die Lage. Zwei Bundeswehrsoldaten wurden verletzt. Es handele sich um Schussverletzungen, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Eine Einheit der Nato-Truppe Kfor hatte damit begonnen, die umstrittene Straßensperre an einer Brücke nördlich der Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo zu räumen. Gegen 9.30 Uhr wurde dann laut Bundeswehr aus unbekannter Richtung auf die Soldaten geschossen.

Ein deutscher Soldat bekam eine Kugel in den Oberarm. Er wurde in ein Lazarett gebracht. Einer seiner Kameraden wurde am Ohr getroffen und konnte vor Ort behandelt werden.

Ein serbischer Verantwortlicher sagte der Nachrichtenagentur Tanjug, auch drei Serben seien verletzt worden, als die Kfor Tränengas und Gummigeschosse einsetzte.

Mit den Straßenblockaden protestieren die Serben gegen die Existenz des albanisch-dominierten Kosovo. Die Kfor versucht seit einiger Zeit, die illegalen Barrieren aufzulösen, dabei war es schon in der Vergangenheit immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen.

Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, die rund 120.000 dort lebenden ethnischen Serben erkennen die Regierung in Pristina aber nicht an. Die Bundeswehr ist seit dem Jahr 1999 im Rahmen der Kfor-Friedenstruppe im Kosovo im Einsatz. Derzeit befinden sich rund 1200 deutsche Soldaten in der früheren serbischen Provinz.

Auch Serbien lehnt eine Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos weiter ab. Dies bekräftigte der neue Präsident Tomislav Nikolic erst bei seinem Amtsantritt am Donnerstag. Der Status des Kosovo dürfte ein Knackpunkt der Verhandlungen über einen EU-Beitritt Serbiens werden, das seit März den Kandidatenstatus hat.

Die Kfor unter dem deutschen Oberbefehlshaber Erhard Drews hatte wiederholt vergeblich versucht, serbische Straßenblockaden zu brechen. Die von der Nato geführte Kfor-Truppe hat den Auftrag, die volle Bewegungsfreiheit auch im Nordkosovo sicherzustellen.

ler/heb/mgb/AFP/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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1.
c++ 01.06.2012
Wollen wir mal hoffen, dass aus der Friedenstruppe keine Besatzungstruppe wird
2. Freiheit
HavenWhite 01.06.2012
Wer Ja zur Unabhängigkeit der Kosovo-Albaner von Belgrad sagt muss auch Ja sagen zur Unabhängigkeit der Kosovo-Serben von Pristina!
3.
Hompster 01.06.2012
Zitat von HavenWhiteWer Ja zur Unabhängigkeit der Kosovo-Albaner von Belgrad sagt muss auch Ja sagen zur Unabhängigkeit der Kosovo-Serben von Pristina!
So lange Serben auf Truppen aus EU Ländern losgehen, sollte man vor allem nein sagen zu einem EU Beitritt dieses Landes.
4. Wer A sagt...
Arno Nühm 01.06.2012
Zitat von HavenWhiteWer Ja zur Unabhängigkeit der Kosovo-Albaner von Belgrad sagt muss auch Ja sagen zur Unabhängigkeit der Kosovo-Serben von Pristina!
Da ist was dran.
5.
Arno Nühm 01.06.2012
Zitat von HompsterSo lange Serben auf Truppen aus EU Ländern losgehen, sollte man vor allem nein sagen zu einem EU Beitritt dieses Landes.
Sind ja keine Serben sondern Kosovaren. Schon vergessen? - Die sind jetzt unabhängig.
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