Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schutz vor Iran: USA wollen Israel und verbündete Golfstaaten aufrüsten

Es ist das größte Waffenabkommen in der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush: Die USA wollen Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und fünf Golfstaaten Waffen im Milliardenwert liefern. Ziel: die Verbündeten gegen Iran stärken.

Washington - Angesichts der Spannungen mit Iran planen die USA laut einem Zeitungsbericht Waffenlieferungen in Milliardenhöhe an Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten. In Rüstungsabkommen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sollten Israel Waffen im Wert von 30 Milliarden Dollar und Ägypten Lieferungen im Wert von 13 Milliarden Dollar zugesagt werden, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsmitarbeiter.

US-Soldaten beim Transport von Raketen (1999): Umstrittener Waffenempfänger Saudi-Arabien
AP

US-Soldaten beim Transport von Raketen (1999): Umstrittener Waffenempfänger Saudi-Arabien

Zusammen mit den geplanten Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und fünf andere ölreiche Golfstaaten im Wert von 20 Milliarden Dollar wären dies die umfangreichsten Rüstungsabkommen, die die Regierung von US-Präsident George W. Bush bislang abgeschlossen habe, hieß es weiter. Partner der USA seien demnach neben den genannten Staaten die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuweit, Katar, Bahrein und Oman.

Für Saudi-Arabien sei wahrscheinlich unter anderem die Lieferung von Luft-Luft-Raketen vorgesehen sowie von Lenkbausätzen, die normale Bomben zu Präzisionsbomben machten, berichtet auch die "New York Times". Ziel der geplanten Abkommen ist es demnach, pro-westliche Staaten in der Nachbarschaft Irans zu stärken und damit eine Ausdehnung des iranischen Einflusses zu verhindern.

"Das ist eine große Entwicklung, weil sie Teil einer größeren regionalen Strategie und der Aufrechterhaltung einer starken US-Präsenz in der Region ist", sagte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter der Zeitung zufolge. Washington rüste seine "Verbündeten und Freunde" gegen das "Muskelspiel eines aggressiveren Irans". Es gehe darum, die Alliierten der USA zu stärken.

Der geplante Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien sei "entscheidend für die überspannende Architektur" der US-Politik für die Region, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, gestern vor Journalisten. Da die Gespräche mit dem US-Kongress, der den Waffenlieferungen zustimmen muss, gerade erst begonnen hätten, sei während des Saudi-Arabien-Besuchs von Verteidigungsminister Robert Gates und Außenministerin Condoleezza Rice in der kommenden Woche keine entsprechende Bekanntmachung zu erwarten. Bislang hatte die US-Regierung lediglich mitgeteilt, dass sie Saudi-Arabien weiter aufrüsten wolle.

Gerade Saudi-Arabien ist als Empfänger US-amerikanischer Waffenlieferungen nicht unumstritten. Kritiker in Washington geißeln, dass es dem Land nicht gelungen ist, seinen Einfluss im Irak geltend zu machen und die sunnitischen Muslime in einen Prozess der Versöhnung mit den Schiiten einzubinden. Auch Israel meldet Bedenken über Waffenverkäufe an Saudi-Arabien an. Saudi-Arabien könnte diese Waffen eines Tages gegen Israel einsetzen.

Die "Washington Times" zitiert einen hochrangigen Regierungsbeamten mit den Worten, die Bush-Administration hoffe dennoch, dass der US-Kongress noch bis zum Herbst den Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und den fünf weiteren Golfstaaten zustimmt. "Wir wollen den Kongress überzeugen, unsere Tradition von Waffenverkäufen an diese sechs Staaten fortzusetzen."

kaz/AFP/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: