Schwarzeneggers Abschied Good-bye, Gouvernator

Er kam als Action-Star, er geht als lahme Ente: Arnold Schwarzenegger hat heute seinen letzten Arbeitstag als Gouverneur von Kalifornien. In acht Jahren Arnie-Amtszeit rutschte der Krisenstaat noch tiefer in die Malaise - wie konnte der Hoffnungsträger so dramatisch scheitern?

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Sacramento - Am Sonntag traf Arnold Schwarzenegger noch eine Entscheidung als Gouverneur von Kalifornien: Der 63-Jährige reduzierte die Strafe für Sara Kruzan. Sie hatte 1994 im Alter von 16 Jahren ihren ehemaligen Zuhälter überfallen und getötet - und bekam dafür eine lebenslängliche Haftstrafe ohne die Möglichkeit, je wieder freizubekommen. Schwarzenegger nannte das Strafmaß übertrieben und reduzierte es. Die Haftstrafe beträgt nun mindestens 25 Jahre bis lebenslänglich.

Jetzt läuft Schwarzeneggers Zeit als Gouverneur ab: Der 3. Januar ist sein letzter Tag im Amt. Seinem demokratischen Nachfolger Jerry Brown hinterlässt der Republikaner ein schweres Erbe: einen Staat im Finanznotstand mit einem Haushaltsdefizit von über 20 Milliarden Dollar. Das Etatloch ist damit mehr als doppelt so tief wie jenes, das Schwarzenegger selbst seinerzeit von seinem überaus unpopulären Vorgänger Gray Davis übernommen hatte.

Dabei hatte der gebürtige Österreicher den Menschen in seiner Wahlheimat viel versprochen: Er werde zuallererst die Haushaltskasse sanieren, die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen. "Hier ist mein Plan", sagte er damals. "Wir überprüfen alles, schauen in alle Bücher, und dann werden wir das verrückte Ausgeben ohne Geld beenden. Wenn ihr einen Wandel in diesem Staat wollt, dann folgt mir."

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Arnold Schwarzenegger: Arnies Politik-Abgang
Die Wähler folgten ihm. "Aber heute sind seine Versprechen nur noch ein dünnes Echo", resümierte kürzlich die "Mercury News". Ein Kolumnist der "Los Angeles Times" sprach von einem "Action-Star mit einem tönernen Fuß".

Auch in Meinungsumfragen steht Schwarzenegger schlecht da: Er verlässt seinen Posten mit einer Zustimmung als Gouverneur, die gerade mal halb so hoch ist wie Anfang 2004 - und so schlecht wie die des Demokraten Davis. Diesem war vorgeworfen worden, den bevölkerungsreichsten US-Staat mit seinen knapp 40 Millionen Einwohnern an den Rand des Ruins getrieben zu haben. Das sagen viele heute auch über Schwarzenegger.

Seine wichtigsten Erfolge: die Umweltpolitik

Für Nachfolger Brown gibt es eigentlich nur einen Trost: Es kann kaum noch stärker bergab gehen in Kalifornien. Der Staat leidet unter einem veralteten Grundsteuersystem. Schwarzenegger hatte versprochen, das zu ändern. Zudem hat die Rezession Kalifornien besonders schwer getroffen. Hier gab es die höchste Zahl von Zwangsversteigerungen nach dem Zusammenbruch des Häusermarktes, und hier gibt es mit zwölf Prozent die höchste Arbeitslosenquote.

Brown war kein "Mister Universum" oder "Terminator", aber dafür verfügt er über eine Menge missionarischen Eifer, wie er es selbst formuliert hat. Der Unterschied zwischen ihm und Schwarzenegger ist groß. Brown studierte einst Zen-Buddhismus, half Mutter Teresa in Kalkutta und ernährt sich vegetarisch. Er war ein entschiedener Vietnamkriegsgegner und lebt gerne bescheiden.

Und er bringt eine Menge politische Erfahrung mit. Als Schwarzenegger 1982 noch als "Conan der Barbar" agierte, hatte Brown schon fast seine zweite Amtszeit als kalifornischer Gouverneur hinter sich. Als er damals antrat, war er der bisher Jüngste, jetzt wird er mit seinen 72 Jahren der Älteste. Zuletzt war Brown Kaliforniens Justizminister, davor Bürgermeister der Stadt Oakland.

Die Umweltpolitik wird auch unter Brown in Kalifornien hohe Priorität haben. Tatsächlich hat Schwarzenegger als "grüner" Gouverneur das meiste erreicht; eine seiner größten Errungenschaften feierte er 2006 mit der Unterzeichnung eines Gesetzes zur strikten Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Und was wird aus Schwarzenegger? Eine Rückkehr auf die Leinwand schließt er offenbar nicht aus. Dem "Daily Variety" sagte er kürzlich, dass er darin kein Problem sehe. "Es ist wie Rad- oder Skifahren. Du steigst drauf und hast das Gefühl, als ob seit dem letzten Mal überhaupt keine Zeit vergangen ist."

hen/dpa-AFX



insgesamt 58 Beiträge
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mako_zero 03.01.2011
1. Die Gründe Schwarzeneggers Versagen sind dann bitte welche...
Aus diesem Artikel kann ich nicht entnehmen.
DJ Doena 03.01.2011
2. vielleicht nicht seine Schuld
Ich hab nicht so wirklich viel Ahnung von amerikanischer Innenpolitik und kann auch S' Kompetenz nicht wirklich beurteilen (ich weiß nur, dass der Mann nicht mit seinen Filmrollen verwechselt werden sollte - er ist nicht auf den Kopf gefallen). Von daher kann ich es nur mit deutscher Politik vergleichen: Manchmal ist der Politiker seinen Aufgaben einfach nicht gewachsen und manchmal steht er mit einem 10-Liter-Eimer einer Flutwelle entgegen. Was ich so mitbekommen habe an Abstimmungen und Gerichtsurteilen, so scheint es mir (von hier aus gesehen) eher so, als ob Schwarzenegger an einer unmöglichen Aufgabe gescheitert sei.
LeisureSuitLenny 03.01.2011
3. Auch er muss erkennen...
... das man als Gouvernator auch nicht mehr unbedingt was ändern kann. Dazu wurde er zwar gewählt, aber er hat nicht die Macht dazu. Dabei hatte Arnie ganz gute Ansätze als er anfing. Aber es ist wie bei uns auch: da stehen sehr viel Köche am Topf und jeder hat nur seinen Geschmack im Sinn. Die Kompromisse die da rauskommen sind so klein, man könnte sich das Salär dieser Leute komplett sparen. Einzig interessant wird es in der Politik nur noch, wenn mal jemand mitmischt der die "Konsenzsosse" erstmal auskippt und den Topf neu füllt. ;)
Der Markt, 03.01.2011
4. Umweltgouverneur
Schwarzenegger hat eine gute Umweltpolitik durchgesetzt. Und das als Republikaner.
walterli 03.01.2011
5. Unterhosenmodel
Alle Interviews von ihm und Kommentare über ihn zeigen, dass er die geistige Schwelle der Dessouszene nie wirklich überschritten hat. Auch als Schauspieler war er nur gut, wenn er eine Maschine darzustellen hatte. Die Kalifornier sind also noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.
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