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Schwarzes Meer: Russische Korvette zwingt offenbar türkisches Schiff zum Abdrehen

Es ist der zweite Vorfall binnen 24 Stunden: Erneut sind sich türkische und russische Schiffe in die Quere gekommen - dieses Mal im Schwarzen Meer.

Im Schwarzen Meer ist es erneut zu einer Konfrontation zwischen der Türkei und Russland gekommen. Eine russische Korvette und ein Boot der Küstenwache hätten ein unter türkischer Flagge fahrendes Schiff zum Abdrehen gezwungen, teilte das auf der Krim beheimatete Energieunternehmen Chernomorneftegaz am Montag mit.

Das türkische Schiff habe den Weg von Schiffen des Unternehmens gekreuzt, die Bohrplattformen im Schlepptau gehabt hätten. Die Anlagen seien sicher an ihren Bestimmungsort gebracht worden, so der Konzern.

Es ist bereits das zweite Aufeinandertreffen von Schiffen beider Länder in den vergangenen 24 Stunden. Am Sonntag hatte der russische Zerstörer "Smetlivy" in der Ägäis Warnschüsse auf ein türkisches Fischerboot abgegeben, um eine Kollision zu verhindern.

Nach Angaben des russische Verteidigungsministerium habe die "Smetlivy" keinen Funkkontakt zu dem türkischen Schiff herstellen können, auch auf Signale und Leuchtsignale sei nicht reagiert worden. Als das Boot etwa 600 Meter entfernt gewesen sei, habe die "Smetlivy" die Warnschüsse abgegeben. Das türkische Boot sei dann beigedreht.

Video: Russisches Kriegsschiff feuerte Warnschüsse

Außenminister Mevlut Cavusoglu bezeichnete die russische Reaktion in der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" als übertrieben. Das türkische Schiff sei nur ein Fischerboot gewesen. Die Geduld der Türkei mit Russland sei nicht unbegrenzt, sagte Cavusoglu. Seit dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die Türkei im Grenzgebiet zu Syrien ist das Verhältnis beider Länder angespannt.

Daran scheint sich auch so schnell nichts zu ändern. Zumindest ist die nächste Chance auf einen Dialog erst einmal geplatzt. Eigentlich hätte am Dienstag in St. Petersburg ein Treffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan stattfinden sollen. Darauf hatten sich beide Seiten beim G-20-Gipfel im vergangenen Monat verständigt. Nun heißt es aus dem Kreml nur: "Das wird nicht passieren, es ist nichts geplant."

jok/Reuters

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