Schweden Erneuter Brandanschlag auf Moschee

Es ist der dritte Anschlag auf eine Moschee in Schweden binnen einer Woche: In Uppsala haben Unbekannte nach Zeugenangaben einen Brandsatz auf ein Gebetshaus geworfen - Passanten konnten das Feuer schnell löschen.


Uppsala - Eine Serie von Brandanschlägen auf Moscheen beunruhigt die Menschen in Schweden. Der bislang letzte Akt: Am frühen Neujahrsmorgen haben laut Zeugenaussagen Unbekannte einen Molotowcocktail auf ein muslimisches Gebetshaus in der Stadt Uppsala geworfen. Polizeisprecher sagten gegenüber schwedischen Medien, es seien außerdem rassistische Hassparolen auf das Gebäude geschmiert worden. Nach Polizeiangaben haben Passanten das Feuer rasch gelöscht - noch bevor Polizei und Feuerwehr am Tatort eintrafen. Die Polizei stuft die Tat als Brandstiftung ein. Uppsala ist die viertgrößte Stadt Schwedens.

Es ist das dritte Mal innerhalb einer Woche, dass eine Moschee in Schweden angegriffen wird. Vergangenen Montag hatte es in Eslöv im Süden des Landes in einer Moschee gebrannt. Das Feuer wurde nach Polizeiangaben in der Nacht entdeckt und schnell gelöscht. Verletzt wurde niemand - aber die Spuren am Tatort deuteten laut Polizei auf Brandstiftung hin. "Ein Fenster ist zerstört, und es brannte in dem Gebäude und außerhalb", sagte Sprecher Gustaf Sandell dem Radiosender SR. Es gebe keine natürliche Erklärung für einen solchen Brand. Auch die Polizei gehe von Brandstiftung aus, erklärte eine Polizistin der Nachrichtenagentur TT.

Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten Unbekannte einen Anschlag auf ein Gebäude rund 90 Kilometer westlich von Stockholm verübt. In der Moschee in Eskilstuna, die sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses befindet, hielten sich zu diesem Zeitpunkt Dutzende Menschen auf. Fünf von ihnen mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, sie erlitten Rauchvergiftungen und Schnittwunden. Regierungschef Stefan Löfven sprach von "hasserfüllter Gewalt".

Die Angriffe passieren, während in Schweden eine hitzige Debatte über die Zuwanderungspolitik läuft. Die immer stärker werdenden rechten Parteien wie die Schwedendemokraten fordern, die Zahl der Asylbewerber, die ins Land gelassen werden, um 90 Prozent zu senken. Die rechtsextremistische Partei wurde bei der Parlamentswahl im September drittstärkste Kraft. Dagegen stemmen sich die liberalen Parteien, die den bisherigen Kurs beibehalten wollen.

anr



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