Treffen zwischen Trump und Kim Schweden und Schweiz bieten sich als Vermittler an

Seit Nordkoreas Diktator Kim US-Präsident Trump zu einer Zusammenkunft eingeladen hat, mehren sich Zweifel, ob das Treffen zustande kommt. Die Schweiz und Schweden boten sich nun als diplomatische Unterstützer an.

Stefan Löfven, Premierminister von Schweden, und US-Präsident Donald Trump
AFP

Stefan Löfven, Premierminister von Schweden, und US-Präsident Donald Trump


Die Schweiz und Schweden haben sich als mögliche Vermittler für das geplante Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un angeboten. Beide Länder spielen in den diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea eine Sonderrolle.

Schweden hatte bereits im Fall des in Nordkorea inhaftierten US-Studenten Otto Warmbier eine wichtige Rolle gespielt. Trump bedankte sich jüngst bei Schwedens Regierung für die Unterstützung. In der Schweiz ging Machthaber Kim Jong Un zur Schule. Seit er 2011 an die Macht kam, hat Kim Jong Un Nordkorea nicht mehr verlassen.

Trump und Kim hatten sich bereit erklärt, in einem bilateralen Treffen den Konflikt um die atomare Aufrüstung Nordkoreas zu lösen. Das Gesprächsangebot hatte Nordkorea über einen südkoreanischen Botschafter überbringen lassen. Nach der Zusage hatte das Weiße Haus ein gemeinsames Treffen allerdings an Bedingungen geknüpft. Dazu gehöre, dass Nordkorea die Zusagen zur Denuklearisierung ihres Landes einhalten.

Schwedische und nordkoreanische Außenminister planen offenbar Treffen

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven sicherte den USA am Samstag die Unterstützung seines Landes zu: "Wenn wir irgendwie helfen können, werden wir es tun", sagte er. Löfven verwies darauf, dass sein Land seit den frühen Siebzigerjahren eine Botschaft in Pjöngjang unterhalte und vor Ort auch die Interessen der USA vertrete.

Man müsse aber bedenken, dass die Hauptakteure in dem Konflikt die beiden Koreas sowie die USA und China seien. "Sie müssen eine Basis finden, um voranzukommen", sagte der Regierungschef weiter.

Die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" berichtete indes unter Berufung auf anonyme Quellen, Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho werde bald seine schwedische Amtskollegin Margot Wallström treffen. Ein Sprecher Wallströms kommentierte diesen Bericht nicht. Er betonte aber, Schweden sei wie andere Länder an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert.

Die Schweiz hatte sich bereits am Vortag als Vermittler bei den geplanten Gesprächen angeboten. "Die Schweiz steht in Kontakt mit den beteiligten Parteien" hieß es in einer Stellungnahme des Schweizer Außenministeriums. Die damalige Schweizer Präsidentin Doris Leuthard hatte bereits vergangenen September ein Vermittlungsangebot gemacht und darauf hingewiesen, dass die Schweiz eine lange Tradition neutraler und verschwiegener Diplomatie habe.

Spekulationen über Ort und Zeitpunkt des Treffens

Die Schweiz hatte sich zudem bereit erklärt, Gastgeber der Zusammenkunft zwischen Trump und Kim zu sein. Der Ort und der Zeitpunkt der Gespräche könnte sich nach Sicht der US-Regierung allerdings noch eine ganze Weile hinziehen. Bisher wird über den Ort des möglichen Treffens fleißig spekuliert. China, Südkorea, Genf, Wien, Island oder die demilitarisierte Zone zwischen den Koreas kamen bereits als mögliche Treffpunkte ins Gespräch.

"Das wird ein paar Wochen dauern, bis wir das ausgearbeitet haben", sagte US-Außenminister Rex Tillerson am Freitag. Es habe in jüngster Zeit eine erhöhte Zahl von Kontakten über neu geöffnete Gesprächskanäle gegeben, sagte der Außenminister.

Auf Diktator Kim Jong Un bezogen sagte Tillerson weiter: "Was sich geändert hat, war in ziemlich dramatischer Weise seine Haltung. Und um ganz ehrlich zu sein: Es kam dann doch etwas überraschend, dass sich Kim Jong Un in den Gesprächen mit der Delegation aus Südkorea so vorwärtsgerichtet präsentiert hat." Zuletzt gab es Medienberichten zufolge jedoch Zweifel, dass das Treffen überhaupt zustande komme.

Er selbst habe am Freitag "sehr früh" mit Trump über dessen Entscheidung gesprochen, sagte Tillerson. "Wir hatten ein gutes Gespräch." Dem Außenminister wurde zuletzt unterstellt, er werde vom Weißen Haus in wichtigen Fragen der US-Außenpolitik übergangen.

ans/dpa/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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ex_Kamikaze 10.03.2018
1. Ich bin überzeugt
das es dieses Treffen nicht gibt. Die Vorbedingungen machen das Treffen für Nordkorea sinnlos. In den USA sollte man irgendwann lernen, das es keine Diplomatie bedeutet wenn sich der Andere im Vorfeld schon demonstrativ unterwerfen muß.
fixik 10.03.2018
2.
Ich sehe weder in der Schweiz noch in Schweden eine neutrales Land welches hier ernsthaft die Rolle eines Vermittlers übernehmen kann. Ich sehe hier nur Russland oder China als mögliche Kandidaten. Niemand kann garantieren, dass Kim in Schweden nicht direkt festgenommen wird.
g.eliot 10.03.2018
3.
Zitat von fixikIch sehe weder in der Schweiz noch in Schweden eine neutrales Land welches hier ernsthaft die Rolle eines Vermittlers übernehmen kann. Ich sehe hier nur Russland oder China als mögliche Kandidaten. Niemand kann garantieren, dass Kim in Schweden nicht direkt festgenommen wird.
Ach, aber Russland und China wären also neutral? Warum sollten die Schweden sich die Mühe machen, eine Vermittlerrolle zu übernehmen, um dann Kim-Jong Un festzunehmen? Natürlich wird ihm die körperliche Unversehrtheit garantiert. Selbst im Kalten Krieg kannte man diese Art Misstrauen (noch) nicht.
Bernhard.R 10.03.2018
4. Trump will das zugesagte Treffen
nun mit Vorbedingungen verhindern. Mit der Zusage, das Atom- und Raketenprogramm auszusetzen hat Kim eine gute Grundlage geschaffen. Will sich Trump mit einer Rolle rückwärts wirklich als so unglaubwürdig gegenüber der Weltöffentlichkeit demaskieren?
LFritze 10.03.2018
5. ach was
Ich bezweifle die Fähigkeit der Schweiz zur Vermittlung: In diesem Land ist man noch nicht mal fähig, die allerkleinsten Problemchen vom Dorfe zu erledigen - lieber verletzt man die Menschenrechte und provoziert den Gang durch die Instanzen ans Bundesgericht und danach Strassburg. ‚Fähigkeit‘ sieht anders aus. 'Grössenwahn' würde als Bezeichnung schon eher passen.
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