Geheimdienst-Warnung Russische Spione nehmen Schweiz ins Visier

In der Schweiz hat die Aktivität russischer Spione offenbar deutlich zugenommen. Ihre Zahl sei "signifikant", warnt der Chef des Nachrichtendienstes.

Jean-Philippe Gaudin
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Jean-Philippe Gaudin


Russische Spione nehmen offenbar verstärkt die Schweiz ins Visier. Ihre Aktivitäten seien bedeutend und nähmen weiter zu, sagte der Chef des Schweizer Nachrichtendienstes NDB, Jean-Philippe Gaudin.

"Ich kann nicht viele Details bekannt geben zu den russischen Aktivitäten in der Schweiz, aber es ist klar, dass wir mehr Aktivitäten haben als früher", sagte der Behördenleiter am Rande einer Pressekonferenz. "Ich kann nichts zur Zahl der Spione sagen, aber sie ist signifikant", sagte Gaudin.

Zuvor hatten zwei Fälle für Aufsehen gesorgt, bei denen mutmaßliche russische Spione Anlagen in der Schweiz ausgespäht hatten. Nach Einschätzung der Schweizer Behörden war davon eine Anlage für den Test chemischer Waffen betroffen. Zudem untersuchen die Ermittler einen Cyberangriff gegen die Büros der Welt-Antidoping-Agentur.

Grund für die Spionageaktivitäten sei die große Zahl internationaler Organisationen in dem Land, sagte Gaudin. Zudem könnten Sportorganisationen wie das Internationale Olympische Komitee betroffen sein. Die Spione stammten nicht nur aus Russland, sondern auch aus anderen Ländern.

"Was heute anders ist, dass die Russen versucht haben, unsere sensible Infrastruktur anzugreifen - das ist eine rote Linie", sagte Gaudin.

Die russische Botschaft in Bern hat die Darstellung der Schweizer als absurd bezeichnet.

cte/Reuters



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Darwins Nightmare 19.10.2018
1. Leider wird nichts passieren
In solchen Fällen wünschte ich mir, die Schweiz würde härter durchgreifen. Wir sind allgemein viel zu nett und lassen uns zu viel bieten. Hilfe von den Nachbarn ist da auch nicht zu erwarten, schliesslich sind wir ja eu-abtrünnige Indianer.
jobode 19.10.2018
2. @1: Wieso keine Hilfe erwarten?
Zitat von Darwins NightmareIn solchen Fällen wünschte ich mir, die Schweiz würde härter durchgreifen. Wir sind allgemein viel zu nett und lassen uns zu viel bieten. Hilfe von den Nachbarn ist da auch nicht zu erwarten, schliesslich sind wir ja eu-abtrünnige Indianer.
Die Schweiz macht doch - bis auf Euro und Zollunion - bei sonst allen relevaten Themen bei der EU mit, allerdings ohne anscheinend die Möglichkeit in Anspruch nehmen zu wollen, bei den Entscheidungen bzw. Gestaltung der EU ein Wörtchen mitreden zu können, indem man uns Eidgenossen vorgaukelt, dass wir ja eigenständig sind und völlig frei alles selber entscheiden können...
DOC0511 19.10.2018
3. @jobode
Genau wie die EU-Bürger. Die machen auch bei allem mit ohne mitbestimmen zu können. Mit dem Unterschied, dass Schweizer im eigenen Land mitbestimmen können.
jobode 19.10.2018
4. @doco511
Hab ich was verpasst und sind die Wahlen in den einzelnen EU-Ländern sowie die Wahl des Eu-Parlaments abgeschafft worden? Jedes Land wählt ihre parlamentarischen Vertreter und die wiederum bringen Vorschläge in die EU ein und dann wird da nach Mehrheit entschieden. Was soll daran nicht demokratisch sein?
PeaceNow 20.10.2018
5. Wenig überraschend
wenn ein strammer Transatlantiker und USA /EU Befürworter so etwas behauptet, noch dazu, wie leider bisher üblich, ohne jeglichen Beweis und ohne konkrete Vorwürfe. Und apropos "signifikant", das Budget aller US Geheimdienste incl. NSA soll bei rd. 120 Milliarden USD p.a. liegen. Das russische Pendant bei nur rd. 4 Milliarden p.a. Noch Fragen?
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