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Umstrittenes Video: Schweiz verdächtigt Deutschen der Terror-Propaganda

Ein Deutscher lässt sich in Syrien beim Interview mit einem mutmaßlichen Dschihadisten-Führer filmen - der Film landet im Netz: Für die Schweizer Bundesanwaltschaft Grund genug für ein Verfahren. Sie wirft ihm Terror-Werbung vor.

Ein muslimischer Aktivist aus Deutschland hat ein Video mit syrischen Dschihadisten gedreht - und steht nun im Fokus der Schweizer Justiz. Gegen das Vorstandsmitglied der Gruppierung Islamischer Zentralrat Schweiz (IZRS) wurde ein Strafverfahren wegen Terror-Propaganda eröffnet, teilte die Bundesanwaltschaft in Bern am Samstag mit. Die Gruppierung will am Montag zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

"Dem deutschen Staatsbürger wird vorgeworfen, seine Reise in umkämpfte Gebiete in Syrien in einem Video propagandistisch dargestellt zu haben, ohne sich explizit von den Qaida-Aktivitäten in Syrien zu distanzieren", schrieb die Bundesanwaltschaft.

Der junge Mann habe für sein YouTube-Video einen Anführer der dschihadistischen Dachorganisation Dschaisch al-Fatah in Syrien interviewt. Zu der Gruppierung gehört auch die Nusra-Front, ein Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida.

Der IZRS ist trotz seines Namens keine Dachorganisation der Schweizer Muslime. Schweizer Experten haben die Gruppe in der Vergangenheit als salafistisch bezeichnet. Dagegen sieht sich der IZRS selbst lediglich als konservativ.

Die Bundesanwaltschaft gab keine Details zu dem Verdächtigen bekannt. Das Vorstandsmitglied des IZRS, das in dem Video zu sehen ist, werde sich bei einer Pressekonferenz in Bern am Montag persönlich zu den Vorwürfen äußern, kündigte der Verein an.

Derzeit laufen in der Schweiz 46 Strafverfahren zu dschihadistisch motiviertem Terrorismus. Es geht dabei meist um den Verdacht der propagandistischen Unterstützung.

Dschaisch al-Fatah ist in Syrien ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter eben auch die radikale Nusra-Front. Das Bündnis beherrscht die nordwestliche Provinz Idlib. Einige der islamistischen Rebellen sollen Saudi-Arabien und Katar nahestehen.

jok/dpa

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